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Mit Humor zurück auf Anfang

Kinostart: „Es war einmal in Deutschland“ Mit Humor zurück auf Anfang

Der 45-jährige Moritz Bleibtreu spielt in dem Drama einen jüdischen Kaufmann, der im Nachkriegsdeutschland mit viel Witz zu überleben versucht.

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Nach Kriegsende nimmt der jüdische Überlebende David (Moritz Bleibtreu) schnell wieder die Geschäfte auf.

Quelle: X Verleih

Marburg. Wer während eines Krieges Gräueltaten erlebt und überlebt, wird danach wohl so schnell wie möglich das Land verlassen wollen. Ein Leben umgeben von einstigen Feinden scheint schließlich unvorstellbar. Dennoch klappt es mit dem Auswandern nicht immer wie erhofft – wie jetzt das Drama „Es war einmal in Deutschland...“ mit Moritz Bleibtreu zeigt. Der Film erzählt von einem eher unbekannten Kapitel der deutschen Geschichte: Von Juden, die nach dem Holocaust erst einmal ausreichend Geld verdienen müssen, um sich einen Neustart im Ausland zu ermöglichen.

Bleibtreu („Lommbock“, „Knockin‘ on Heaven‘s Door“) spielt David Bermann, der in Frankfurt am Main in einem von der US-Armee errichteten Lager lebt. Er ist der einzige Überlebende seiner Familie und will sich eine neue Existenz aufbauen. Zusammen mit anderen jüdischen Überlebenden, die alle von der Emigration träumen, beginnt der Geschäftsmann erneut einen Wäschehandel: Mit dem Auto fahren die Männer von Haus zu Haus und versuchen den Frauen, Bettlaken, Tischdecken und Frotteehandtücher („Alles feinste Ware aus Paris!“) zu verkaufen. Dabei nehmen sie es mit der Wahrheit nicht immer so genau: Mal täuschen sie angeblich unschlagbare Rabatte vor, mal behaupten sie bei einer Witwe, der kürzlich gestorbene Ehemann habe die Wäsche zuvor noch bestellt.

Figuren entwickeln sich nur wenig

Regisseur Sam Garbarski entwirft in seinem Drama ein Kaleidoskop deutscher Nachkriegsstimmungen: Wenn die Männer durch die zerstörte Stadt fahren, fängt er Bilder von Trümmerfrauen und Schwarzmarkthändlern ein. Er macht auch deutlich, wie die Deutschen nach Kriegsende aufatmen und neugewonnene Freiheiten genießen – während die jüdischen Holocaustüberlebenden die erlebten Schrecken zu verdrängen versuchen. Garbarskis Protagonisten, allen voran Bermann, widersetzen sich der Opferrolle dabei auch mithilfe des typisch jüdischen Humors. So gelingt Garbarski eine spannende Balance zwischen Tragik und Komik.

Dennoch geht seine Herangehensweise nicht wirklich auf. Zum einen wirkt die Inszenierung zu glatt, strahlen seine von fröhlicher Musik unterlegten Bilder trotz aller Trostlosigkeit ein bisschen zu sehr in warmen Farben und dem Sonnenlicht. Auch die Figuren bleiben etwas stereotyp und schablonenhaft: Der Regisseur ermöglicht den Figuren kaum eine Entwicklung und erzählt seine Geschichte zu oberflächlich. Weil diese Außenseitergruppe aber so sympathisch daherkommt, schaut man ihren Erlebnissen letztlich doch gerne zu und fühlt sich über 100 Minuten auch gut unterhalten.

  • Der Film läuft im Filmkunsttheater Palette.

von Aliki Nassoufis

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