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Kinderchor besingen das Wasser

Kantate von Daniel Stickan Kinderchor besingen das Wasser

Wasser, Wind, Eis: Mit der „Wassermusik“ brachte der Marburger Kinderchor am Sonntag ein sehr spannendes und anschauliches Musikstück in die Elisabethkirche. Rund 250 ­Zuschauer waren restlos begeistert.

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Bezirkskantor Nils Kuppe führt Jungen und Mädchen mit dem Marburger Kinderchor früh an geistliche und klassische Musik heran. Am Sonntag sang der Chor in der Elisabethkirche.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Von Anfang an musste man die jungen Sängerinnen und Sänger des Marburger Kinderchors für ihr Engagement und ihre Konzentration bewundern.

Die Kinder sangen durchweg auswendig und alles klappte wie am Schnürchen. Hell und fröhlich sangen die jungen Nachwuchskünstler und zauberten einen runden und eingängigen Chorklang. Begleitet wurden sie vom Komponisten Daniel Stickan am Klavier, an der Orgel und am Clavichord. Nils Kuppe und Cosima Friedrich sorgten mit kleinen Gesten für den reibungslosen Ablauf des Konzertes.

Los ging es mit einem Lied über die Schöpfung des Wassers, dem ein wunderschönes Gedicht von Goethe zugrunde liegt. Der Schöpfungstext aus der Bibel wurde vorgelesen, und die Kinder spielten dazu, in der ganzen Kirche verteilt, auf kleinen Flöten. Sie imitierten die erwachenden, zwitschernden Vogelstimmen – ein toller und sehr wirkungsvoller Effekt.

Wunderschön klang auch das vertonte Gedicht von Rilke zum Thema Eis. Während der Chor sang, liefen einige Kinder durch die Reihen und warfen kleine Federn in die Luft, die den Schnee symbolisieren sollten. Sehr gekonnt gestaltete der Kinderchor dann das Lied „Und es fegen dir Wünsche aus Stirn und Haar“ nach Texten von Nietzsche. ­Dazu schwangen einige Kinder bunte Schläuche, mit ­denen sie das Heulen des ­Windes nachahmten.

Kuppe: Man kann gar nicht früh genug anfangen

Das Mysterium der Trinität von Gottvater, Sohn und Heiliger Geist besang der Chor in einem ernsten, meditativen Lied, in dem das Wasser als lebenspendendes Element auftauchte. Fröhlich gestimmt war dann wiederum der schlichte Epilog nach einem Text von Matthias Claudius. „Was nah ist und was fern, von Gott kommt alles her“, hieß es da.

Bis zum Schluss des rund einstündigen Konzertes lauschten auch die zahlreichen Kinder im Publikum gebannt und mit großer Aufmerksamkeit. Als der letzte Ton verklungen war, gab es langen, stürmischen Beifall, und natürlich musste der Chor noch eine Zugabe singen.

Der Marburger Kinderchor ist der einzige Kinderchor in Marburg außerhalb der Schulen. Mehr als 50 Kinder ab etwa sieben Jahren singen in drei Gruppen unter der Leitung von Bezirkskantor Nils Kuppe und Cosima Friedrich. Jedes Jahr singt der Marburger Kinderchor das Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche mit und tritt auch bei der Nacht der Chöre auf.

Zu seiner Chorarbeit mit den Kindern sagte Nils Kuppe: „Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, Kinder mit dieser Musik vertraut zu machen.“ Und weiter ergänzte er: „Die Kinder haben die Wassermusik sehr gemocht.“

Der Komponist Daniel Stickan, geboren 1980, studierte an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater künstlerisches Orgelspiel und Jazzpiano. Die Wassermusik hat er für ein Projekt an den beiden Hamburger Hauptkirchen geschrieben.

von Bettina Preussner

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