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Kinder(n) zeigen, wie schön Musik sein kann

Kinder- und Jugendkonzert des Konzertvereins Kinder(n) zeigen, wie schön Musik sein kann

Herumlaufende Kinder und laute Trompeten- und Flötentöne quer durcheinander sind im Audimax selten zu erleben. Beim inzwischen traditionellen Kinderkonzert des Konzertvereins schon.

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Die Musiker der Jungen Marburger Philharmonie wurden von Kindern der Streicherbande unterstützt.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Normalerweise spielen bei den Konzerten der Jungen Marburger Philharmonie (JMP) etwa 80 Laienmusiker. Beim Kinder- und Jugendkonzert saßen nur 50 von ihnen auf der Bühne und wurden von 25 Kindern der Streicherbande der Erich-Kästner-Schule in Cappel unterstützt. Wie jedes Jahr hatte die JMP Teile ihres Semesterabschlusskonzertes kindgerecht aufbereitet.

Durch das lehrreiche Programm führte wie in den vergangenen Jahren der Gießener Musikpädagoge Martin Gärtner, der bis zum vergangenen Sommersemester für drei Semester das Orchester geleitet hatte. „Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen“, kommentierte Gärtner die Zusammenarbeit. Kinderkonzerte dieser Art sind seiner Meinung nach enorm wichtig, um Kinder an die Klassik heranzuführen und ihnen Lust auf Konzerte zu machen.

300 Besucher kamen zum Kinder- und Jugendkonzert des Konzertvereins ins Audimax.

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„Es ist eine Möglichkeit Kindern zu zeigen, wie schön Musik sein kann“, so Gärtner. Sowohl Gärtner als auch der aktuelle Dirigent der JMP, Lukas Rommelspacher, freuten sich sehr über die Zusammenarbeit mit der Streicherbande. Es sei ein tolles Projekt, das für beide Ensembles sehr produktiv sei, erzählte Rommelspacher.

Auch den Kindern hat es richtig Spaß gemacht, mit einem großen Orchester zusammenzuspielen, wie Matis Schoof von der Streicherbande im Gespräch bestätigte. „Es war ganz großartig“, lautete sein Fazit. Beeindruckend war für den Elfjährigen auch die Erfahrung, mal ans Dirigentenpult zu treten, auch wenn er ein bisschen nervös gewesen sei. Dieses Element ist inzwischen zu einer schönen und vom Publikum erwünschten Tradition geworden, wie Martin Gärtner betonte.

Gärtner erklärte während des Konzerts immer wieder Begriffe wie Programmmusik, bei der ein Komponist genau das zeige, was er sagen wolle. Als Beispiele führte er etwa das Getrappel von Pferden und Kamelen in Alexander Borodins „Eine Steppenskizze aus Mittelasien“ auf.

Der ganze Saal singt mit

Davon inspiriert präsentierte die Streicherbande eine eigene Komposition, die beim Kinderkonzert ihre Uraufführung feierte. Wie Borodin verbanden sie hier auch verschiedene Melodien: Eine Art Morgenlied, das von Matis Schoof geschrieben wurde, eine orientalische Melodie von Anna Lambach und ein Schlaflied von Miriam Verweyen.

„Wozu brauchen wir Lieder?“, fragte Martin Gärtner und erklärte, dass Jean Sibelius in seinem Stück „Finlandia“ mit dem eingebundenen Lied trösten wollte. Später wurde dieses Lied auch mit einem Text versehen, doch für das Kinderkonzert hatte Gärtner einen eigenen Text mitgebracht, der besser zum Konzert und zu Marburg passte. Zusammen mit den Kindern und den Erwachsenen im Publikum übte der Musikpädagoge das Lied einmal. Als die JMP die „Finlandia“ spielte, sang der ganze Saal als die Melodie erklang.

Nach dem Konzert durften die Kinder die verschiedenen Instrumente ausprobieren. Manche trauten sich sogar an größere Instrumente wie die vierjährige Luise Hilberg, die zuerst Trompete spielte und sich dann an die große Posaune wagte. Kräftig pustete sie in das Instrument und wurde für die gelungenen Töne von allen umstehenden Beobachtern gefeiert.

von Mareike Bader

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