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OP-Buchtipp: Stephenie Meyer: „The Chemist“ Keine Vampire mehr

Stephenie Meyer ist mit den Romanen der „Twilight“-Serie weltberühmt geworden. Nach längerer Pause hat sie jetzt mit „The Chemist – Die Spezialistin“ einen neuen Roman veröffentlicht.

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Die US-amerikanische Schriftstellerin Stephenie Meyer hat nach längerer Pause mit „The Chemist – Die Spezialistin“ einen neuen Roman veröffentlicht.

Quelle: Jens Ressing, Fischer Scherz Verlag

Die Amerikanerin Stephenie 
Meyer ist mit ihren Romanen um die junge Bella und den Vampir Edward zu einer der 
erfolgreichsten Schriftstellerinnen der letzten Jahre geworden. Weltweit verkauften sich „Bis(s) zum Morgengrauen“, „Bis(s) zum Abendrot“ und die anderen Büchern der „Twilight“-Reihe 
weit über 100 Millionen Mal.

Mehrere Jahre hat sich Meyer (42) Zeit gelassen, um einen neuen Roman zu veröffentlichen. Die lange Pause ist auch so etwas wie ein Zeichen für einen Neubeginn. Und tatsächlich hat der mehr als 600 Seiten lange Thriller „Chemist – 
Die Spezialistin“ kaum etwas mit den Vampirromanen gemeinsam. Jedenfalls auf den ersten Blick.

Es wird richtig verworren

Im Mittelpunkt des Romans steht eine junge Frau, die unter wechselnden Namen in Erscheinung tritt. Sie ist Spezialistin dafür, Menschen mit Hilfe von Chemikalien und auch körperlicher Gewalt zu Aussagen zu bringen. Einige Zeit war sie mit ihrer Arbeit für eine namenlose geheime Regierungsorganisation ganz zufrieden, aber dann fiel sie einer behördeninternen Intrige zum Opfer und fürchtet seither um ihr Leben.

Als der Roman einsetzt, bereitet sie sich darauf vor, eine weitere Nacht zu überleben. Dazu gehört unter anderem, dass sie zum Schlafen eine Gasmaske anlegt. „Ihr Leben war geprägt von Vorsichtsmaßnahmen, aber ohne diese, rief sie sich immer wieder in Erinnerung, hätte sie überhaupt kein Leben mehr.“

Dann bietet sich ihr ein Ausweg aus ihrer Situation an. Die Behörde, für die sie früher 
gearbeitet hatte, offeriert ihr ein Tauschgeschäft: Wenn sie noch ein letztes Mal mit ihren speziellen Methoden einen Verdächtigen zur Aussage bringt, dann würde ihr niemand mehr nach dem Leben trachten.

So weit, so gut, aber das ergibt noch keine komplexe Thrillerhandlung. Aber jetzt wird es erst richtig verworren. Der Lehrer, der angeblich daran arbeitet, ein tödliches Virus in Washington zu verbreiten, weckt ungeahnte Gefühle in der Frau, die ihn eben noch gefoltert hat. Und mehr noch – trotz allem 
erwidert er diese Gefühle.

Rasante Action mit Romanze

Also geht die Jagd auf die 
Spezialistin weiter. Ähnlich wie Robert Ludlums legendärer Geheimagent Jason Bourne, dem der Roman auch gewidmet ist, muss die junge Frau über sich hinauswachsen und ungeahnte 
Talente entwickeln, um überleben zu können. Und all dies mit einem Mann an ihrer Seite.

„The Chemist“ zieht in rasanter Action quer durch die USA, von Texas nach Florida und weiter nach Washington. Dabei entwickelt sich der Roman so, dass er in die Kategorie klassischer Thriller passt, wie sie von Robert Ludlum, Kyle Mills oder Eric van Lustbader geschrieben wurden und werden.

Aber es gibt auch einen gravierenden Unterschied. Denn neben der Thrilleraction nimmt die Romanze nach einiger Zeit doch einen größeren Raum ein, als er in klassischen Thrillern üblich ist. Hier ist Stephenie Meyer dann doch wieder die Schriftstellerin, die man von den „Twilight“-Romanen her kennt.

So ist „The Chemist – Die Spezialistin“ dann doch kein klassischer Thriller, sondern vielmehr ein Liebesroman, der sich in 
einem Thriller verbirgt. Das Urteil darüber, ob diese Mischung gelungen ist, dürfte sehr unterschiedlich ausfallen.

  • Stephenie Meyer: „The Chemist – Die Spezialistin“, Fischer Scherz Verlag, 618 Seiten, 22,99 Euro.

von Axel Knönagel

 
 
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