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Keine Ruhe für das Landestheater

Aufbruchstimmung zur Spielzeitbegrüßung Keine Ruhe für das Landestheater

Es wird keine ruhige Spielzeit, kündigte Intendant Matthias Faltz an. Denn mit der Rückkehr ins ­Erwin-Piscator-Haus und dem kommenden Intendantenwechsel kommen neue Herausforderungen.

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Das Ensemble des Hessischen Landestheaters stimmte sich auf die neue Spielzeit ein.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Es gab nicht viele neue Gesichter für Intendant Matthias Faltz zu begrüßen. Gerade einmal sechs neue Kollegen wurden im Ensemble des Hessischen Landestheaters willkommen geheißen – darunter keine neuen Schauspieler.

Mit Jonas Schneider und Philip Lütgenau kommen zwei neue Regieassistenten. In der Beleuchtung sind Marcel Carette und David Rehlich neu, die Delia Naß, bisherige Beleuchterin und nun neue Abteilungsleiterin, unterstützen werden. Hinzu kommen Julia Reich und Joscha Mengel, die beim Hessischen Landestheater ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur absolvieren.

Matthias Faltz blickte sehr positiv auf die vergangene „mutmachende“ Spielzeit zurück sowie auf das Gastspiel bei den Burgfestspielen in Dreieichenhain. Besonders freute er sich über den ausgeglichenen Haushalt, den das Hessische Landestheater für das Wirtschaftsjahr 2015 aufweisen könne. „Das ist nicht selbstverständlich“, lobte der Intendant. „In vielen Theatern geht es mehr ums Finanzielle statt um die Kunst. Ich habe das Gefühl, bei uns ist das glücklicherweise nicht so.“

„Ich weiß schon: Die Stücke sind vielversprechend und ich freue mich darauf“, kommentierte Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach die kommende Spielzeit. Doch ruhig wird es nicht, kündigte Faltz bei der Begrüßung nach der Sommerpause an.

Vier Stücke fürs
 Erwin-Piscator-Haus

Denn auf das Ensemble warten einige Änderungen. Mit „Cinderella“, dem großen Hit des Theatersommers 2015, dem Shakespeare-Klassiker „Romeo und Julia“ sowie dem Weihnachtsstück „Ali Baba und die 40 Räuber“, die alle im Erwin-Piscator-Haus aufgeführt werden, geht es wieder zurück in die Stadtmitte. „Das sind besondere Produktionen, die von Theaterseite aus viel Kraft und Aufmerksamkeit brauchen“, rief Faltz auf. Den Aufführungsort an zentraler Stelle sieht der Intendant als Chance für das Hessische Landestheater, der sehr positiv auf die erste Produktion dort mit der Wiederaufnahme der „Blues Brothers“ blickt. „Das ist super gelaufen.“

Ein weiterer Umbruch erwartet das Ensemble, wenn Anfang November die Entscheidung über den neuen Intendanten fallen soll. Faltz wird 2018 das Landestheater verlassen. „Es ist eine aufregende Sache“, griff der noch amtierende Intendant den kommenden Wechsel auf, der offene Gespräche und weiterhin eine vertrauensvollen Zusammenarbeit und Respekt anregte.

In knapp zwei Wochen kommt mit „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ am 3. September auch schon die erste der 18 Premieren dieser Spielzeit ( die OP berichtete). „Das ist so heutig.
Da hat sich an vielen Stellen nichts geändert außer den Namen“, erklärte Faltz mit Blick auf den 1941 von Bertolt Brecht im finnischen Exil geschriebenen Klassiker, das trotz großer Bemühungen des in Marburg aufgewachsenen Regisseurs Erwin Piscator erst nach Brechts Tod uraufgeführt wurde.

Er empfinde es als großes Glück, im Theater zu arbeiten und damit aktuelle Themen aus den Nachrichten verarbeiten zu können, so Faltz. Denn auch in „Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute“ von Dirk Laucke, das am 10. September Premiere feiert, werden 
Rassismus und rechtes Gedankengut thematisiert.

von Mareike Bader

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