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Kein weibliches Geschrei im Kulturladen KFZ

Mini-Hardcore-Festival Kein weibliches Geschrei im Kulturladen KFZ

Die meisten hatten sich wohl gerade auf Sängerin Candace Kucsulain gefreut – die zierliche Frau mit dem netten Gesicht und den vielen Tattoos, die grunzt, schreit und röchelt wie ein echter Kerl.

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Musste einspringen: Gitarrist Mike McKenzie von der Band „The Red Chord“ sang überzeugend einige Lieder von „Walls of Jericho“ als Ersatz für Frontfrau Candace Kucsulain.

Quelle: Katrin Bäuerle

Marburg. Am Freitag im KFZ musste die Detroiter Band „Walls of Jericho“ ohne ihre Frontfrau auftreten. Weil ihr Bruder gestorben war, flog sie einen Tag zuvor zurück zu ihrer Familie.

Die gut 280 Konzertbesucher im Marburger Kulturladen KFZ machten sich vorher schon so ihre Gedanken, ob ein Auftritt der Band ohne das Markenzeichen Kucsulain gelingen würde. Ist eine Sängerin im Hardcore-Bereich ohnehin eine Seltenheit, so überzeugt Kucsulain immer wieder durch ihr energisches Auftreten und ihr „Screamen“, also den hardcoretypischen geschrieenen Gesang.

Dennoch machten alle Beteiligten am Freitag das Beste aus der Situation: Mit Hilfe der Musiker der anderen Bands und des Publikums brachten alle gemeinsam die „Walls-of-Jericho“-Lieder erstaunlich gut auf die Bühne.

Die Hardcore-Fans kamen außerdem schon zuvor auf ihre Kosten. Die gut gelaunte Müns teraner Band „Versus the Throne“ eröffnete den Abend mit einer Mischung aus Hardcore und Metal, die sich als headbangtauglich erwies: melodische Gitarrenbegleitungen zu markantem Gesang.

Im Anschluss bot „Lionheart“ aus Kalifornien klassischen Hardcore mit schnellem, gleichmäßigem Rhythmus. Die Musiker gaben sich zwar in Hardcore-Manier auf der Bühne schroff und recht unsympathisch, stellten sich nach dem Konzert aber als freundliche Gesprächspartner heraus.

Mit den beiden letzten Bands wurde es anspruchsvoller: Die sympathischen Jungs von „The Red Chord“ aus Boston begeisterten die Zuhörer mit ihren schwung- und kraftvollen Tönen und abwechslungsreichen Rhythmen. Und schließlich endete der Abend mit „Walls of Jericho“ trotz der Umstände für Musiker wie Zuhörer in einer gemeinsamen energiegeladenen und ausgelassenen Party.

Alles in allem war der Konzertabend im KFZ Hardcore at its best: Harte Gitarren, schneller Beat, Scream und jede Menge ausflippender Fans, die beim Tanzen mit den obligatorisch ausgefahrenen Ellenbogen alles gaben.

von Katrin Bäuerle

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