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Karriereumweg über Los Angeles

Andreas Latzko Karriereumweg über Los Angeles

Ohne Schlagzeug gäbe es keine Rock- und keine Popmusik und keinen Jazz. Doch hocken Schlagzeuger fast immer im Hintergrund wie Andreas Latzko. Der Oberrospher spielt in der Band von Tom Beck.

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Der heimische Schlagzeuger Andreas Latzko tritt heute mit Tom Beck in Marburg auf.

Quelle: Privat

Marburg. Wenn heute Abend der Filmstar Tom Beck mit seiner Band „Horny Honks“ beim 3. Marburger Hoffestival im Vino Nobile spielt, ist dies für Andreas Latzko ein Heimspiel. Der 35-Jährige lebt in Marburg, leitet die Modern Music School und ist professioneller Musiker.

Er hat sich seinen Traum erfüllt - doch bis dahin war es ein langer und oft steiniger Weg. Ein Star von 0 auf 100 - das gibt es im Zeitalter von Internet und Video, ist aber selten in der heftig umkämpften Musikbranche.

Andreas Latzko ist in Oberrosphe aufgewachsen. In einer musikalischen Familie. Sein Vater Kurt Latzko ist ein bekannter Chorleiter, der eine eigene Musikschule hatte und seine Kinder früh an Musik herangeführt hat. Die „Latzko-Kinder“ lernten Akkordeon, Querflöte, singen und vor allem: Sie lernten Noten und Harmonien. Die Basis, sagt Andreas Latzko.

Mit 12 Jahren hat er angefangen Schlagzeug zu spielen. Das Intsrument kann für Eltern schon zur Strapaze werden, wenn die Kinder zu Hause üben. Und Andreas Latzko hat viel geübt. Er wusste schnell: Schlagzeug ist sein Instrument.

Irgendwann mit 18 Jahren habe er erfahren, dass man in Los Angeles Schlagzeug studieren könne, erzählt er im Gespräch. Gut ein Jahr später hatte er sich entschieden.

Vom kleinen Oberrosphe in die Megastadt LA

So ging der junge Musiker aus dem kleinen Oberrosphe in die riesige Weltstadt Los Angeles. Ein wenig blauäugig und naiv sei er damals schon gewesen, meint er heute. Seine Kommilitonen kamen aus der ganzen Welt. „Es waren zum größten Teil bereits professionelle Musiker, die sich dort den letzten Schliff holen wollten. Ich war damals einer der mit Abstand schlechtesten Schüler in der Klasse“, erinnert er sich an die Zeit. Andreas Latzko biss sich durch: „Ich habe mir gesagt: Entweder ich übe und lerne so viel wie möglich oder ich gehe gnadenlos unter.“

Latzko übte - während die anderen an den Strand gingen - neben dem Unterricht täglich acht bis zehn Stunden. Er übte so viel, dass er Unterrichtsverbot bekam, weil sich seine Lehrer Sorgen um ihn machten. Nach einem Jahr schloss er das Studium mit der Bestnote ab.

Zurück in Deutschland war er ein junger, top-ausgebildeter, ehrgeiziger Schlagzeuger mit einem Berg von Schulden. Doch er hatte Glück: Er trat seinen Zivildienst an und bekam das Angebot, die erste Modern Music School zu übernehmen. 2001 gründete er sie. Heute hat er zwei Standorte - in Marburg und in Wetter.

Und er hat Engagements. Er spielte eine Tournee für Marla Glen, er spielte mit dem US-Popsänger Mark Terenezi, mit der Britin Natasha Bedingfield, er spielte bei „The Dome“ und „Top of the Pops“ und er war „TV-Playback-Musiker“ für alle möglichen Stars. „Ich habe für so viele gespielt, die ambitioniert gestartet und gescheitert sind. Der Leistungsdruck in der Branche ist extrem“, weiß Latzko. Umso mehr muss er auf seine Familie achten: Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Samstagabend Auftritt in Marburg

Doch dann hatte er wieder Glück: Eigentlich sollte er bei Tom Beck nur einmal einspringen, doch daraus wurde mehr: Seit November 2011 spielt er an der Seite von Tom Beck. „Es macht mega-viel Spaß“, sagt er - auch weil er in dieser Band als Background-Sänger und Akustik-Gitarrist gefragt ist.

Wie viel Spaß der heimische Musiker in der Band des Filmstars hat, der mit „Alarm für Cobra 11“ populär wurde und zuletzt an der Seite von Matthias Schweighöfer spielte, können Musikfans am Samstagabend (30. August) beim 3. Marburger Hoffestival im Vino Nobile in der Marbach sehen. Das Festival beginnt um 16 Uhr. Neben Tom Beck und seiner Band (ab 21 Uhr) treten dort Lokalmatador Rainer Husel & Friends (16.15 Uhr), die Janet Martin Band aus den USA (17.30 Uhr) und die Marburger Singer/Songwriterin Lisa-Marie Fischer (19 Uhr) auf.

von Uwe Badouin

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