Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Kantorei der Elisabethkirche hilft Flüchtlingen

Benefizkonzerte Kantorei der Elisabethkirche hilft Flüchtlingen

Mit zwei Benefizkonzerten sammelte die Kantorei der Elisabethkirche ­zusammen mit der Marktkantorei Halle 2350 Euro zugunsten der Syrienhilfe der Evangelischen Kirche.

Voriger Artikel
Die Angst vor dem täglichen Vergessen
Nächster Artikel
Alte Musik in historischer Aufführungspraxis

Mehr als 100 Sängerinnen und Sänger der Kantorei der Elisabethkirche und der Marktkantorei Halle gaben gemeinsam Konzerte zugunsten der Syrienhilfe. Die Kantoren Irénée Peyrot (auf dem Foto) und Nils Kuppe wechselten sich in der Leitung ab. Foto: Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Das Programm war geprägt vom Titel des Abends „Warum?“. Gleich das erste Werk des Abends, die Motette „Warum ist das Licht gegeben, dem Mühseligen?“ von Johannes Brahms bestach durch viele Dissonanzen und eine fugenartige Verstrickung der Stimmen. Die über 100 Sängerinnen und Sänger der Kantorei der Elisabethkirche und der Marktkantorei Halle/Saale trafen den anklagenden Ton des Stückes wunderbar und sorgten mit ihren Stimmen für einen tollen Klang in der Elisabethkirche.

Die Leitung des Konzertes teilten sich die beiden Kantoren Irénée Peyrot und Nils Kuppe. Während einer dirigierte, sang der andere im Chor mit. Mit jeweils einer Orgelsonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy an der Klais-Orgel unterbrachen die beiden Organisten das Chorkonzert.

Andächtig hörte das Publikum dem Spiel zu, einige hatten sogar die Augen dabei geschlossen. Als Peyrot für Kuppe während dessen Spiel die Noten umblätterte, sah man wie gut sich die beiden Organisten und Kantoren verstanden.

Zwischen diesen beiden Orgelsonaten kamen die Sänger für die Kantate „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ von Johann Sebastian Bach wieder nach vorne. Doch die Aufstellung war ganz anders. Aufgebaut als Doppelchor standen sie rechts und links von Irénée Peyrot. Erst imitierten sich die Chöre gegenseitig, dann wurden die Stimmen zusammengeführt und bildeten ein herrliches, feines Stimmengeflecht. Dabei waren die Chöre nicht nach den jeweiligen Kantoreien aus Marburg und Halle an der Saale angeordnet. „Wir haben einfach alles die ganze Zeit durcheinander gemischt“, sagte Kuppe nach dem Konzert und betonte die gute Zusammenarbeit der beiden Kantoreien.

Auch die von Nils Kuppe komponierte Motette „Aus tiefer Not“ aus der Bühnenmusik zu „Ketzer Jesus“ stand auf dem Programm. Unter der Leitung von Irénée Peyrot präsentierten die Sänger und Sängerinnen das Werk mit modernen Harmonien, während Nils Kuppe den Chor an der Orgel begleitete.

Mit zwei ruhigeren Motetten von Mendelssohn-Bartholdy und Brahms wurde der Abend beendet. Auffallend war das ausgewogene Stimmenverhältnis des Chores. Bei Brahms‘ „Schaffe Gott in mir ein rein Herz“ wurde es noch einmal lebhaft, die Stimmen mischten sich kreuz und quer - die Sängerinnen und Sänger hatten sichtlich Spaß an dem schönen Konzert. Kaum war der letzte Ton in der Elisabethkirche verhallt, setzte langer Applaus ein, der mit Fußtrampeln begleitet wurde. Bei der Spendenkollekte nach dem Konzert kamen 1900 Euro zusammen.

Bereits einen Tag zuvor fand ein Konzert mit gleichem Programm in der Evangelischen Kirche in Lohra vor 130 Zuhörern statt. Die Spendensumme dort betrug 450 Euro. Die landeskirchliche Syrienhilfe setzt auf zwei Schwerpunkte. Bei der Akuthilfe soll Menschen mit Lebensmittel-Gaben geholfen werden: Die sogenannten „Food Boxes“ decken den Bedarf einer Familie.

Des Weiteren bietet die Organisation medizintechnische ­Unterstützung für zwei Krankenhäuser in Syrien, die in kirchlicher Hand sind.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr