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Chor fühlt sich mit Bach besonders wohl

40 Jahre Kantorei der Elisabethkirche Chor fühlt sich mit Bach besonders wohl

Die Kantorei der Elisabethkirche ist einer der aktivsten Marburger Chöre. Im 40. Jahr seines Bestehens hat er viel vor – wie immer eigentlich.

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Die Kantorei der Elisabethkirche freut sich mit Bezirkskantor Nils Kuppe (links) über den Gottesdienst zum 40-jährigen Bestehen des Chores.

Quelle: Martin Kindler

Marburg. Als eine der wenigen Sängerinnen und Sänger der Kantorei der Elisabethkirche ist Christa Hauptmeier von Anfang an dabei und hat die 40 Jahre, die der Chor nun besteht, miterlebt. „Nun gehört die Kantorei fast mein halbes Leben dazu, die Freude bei den wöchentlichen Proben, das Hochgefühl bei großen Aufführungen und die Dankbarkeit, Gottesdienste­ mit zu verschönern. Ich kann mir mein Leben ohne Singen nicht vorstellen“, sagt sie. Damit spricht sie vielen Sängerinnen und Sängern aus dem Herzen.

Mit einem Gottesdienst mit besonders viel Musik wurde der „Geburtstag“ kürzlich in der Elisabethkirche gefeiert. Bezirkskantor Nils Kuppe hatte in den Unterlagen gestöbert und herausgefunden, dass beim ersten Gottesdienst, den die neu gegründete Kantorei vor 40 Jahren mitgestaltete, auch ein Satz von Schütz gesungen wurde. Von Hugo Distler erklang damals „Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreit meine Seele nach dir“. Ein dreistimmiger Satz – denn neben 11 Frauen fanden sich zunächst nur zwei Männer in dem ­Kirchenchor, wie er damals noch genannt wurde, ein.

Altersspanne: 14 bis 90 Jahre

Brigitte Leppin leitete diesen­ Chor 20 Jahre lang, nach einer­ Weile durfte sie sich Kantorin nennen – und aus dem Kirchenchor wurde eine Kantorei. Nach Jochen Kaiser, dem ersten hauptamtlichen Leiter, und Dr. Helmut Hering, der 2003 und 2004 den Chor leitete, ist nun Nils Kuppe als Bezirkskantor auch für die Kantorei verantwortlich. Im Festgottesdienst hörten die Besucher auch diese beiden Stücke aus der Anfangszeit des Chores. Pfarrerin Anna Karena Müller bedankte sich bei beiden Musikern symbolisch mit einem kleinen goldenen Päckchen. „Ein Goldschatz“, sagte sie, „ist das Singen für die Kantorei – und damit auch für die ganze Gemeinde“.

Etliche Mitglieder waren im Gründungsjahr des Chores 1977 noch lange nicht geboren, die Jüngsten sind erst 14 und 15 Jahre alt. Die älteste Sängerin ist bald 90. So vielfältig wie die Sänger, so abwechslungsreich war in den 40 Jahren des Bestehens das Programm. Fester Bestandteil ist in jedem Jahr am 2. Advent das Weihnachtsoratorium von Bach – in unterschiedlichen Variationen: mal alle sechs Kantaten, wie im vergangenen Jahr, mal ergänzt durch eine Version für Kinder, aber auch die Kombination mit einem Teil aus Bachs h-Moll-Messe war schon zu hören.

Überhaupt: Johann Sebastian Bach – er wird immer wieder gern entdeckt und erarbeitet. Bei Bach fühlen sich Sänger und der Chorleiter Nils Kuppe besonders heimisch. Was nicht heißt, dass andere Komponisten und andere Zeiten ausgelassen würden. Händels „Messiah“, Mendelssohns „Elias“ oder 
Verdis „Requiem“ waren Höhepunkte.

Bachs Johannespassion wird am 25. und 26. März aufgeführt

Aber nicht nur die Musik vergangener Zeiten wurde und wird gesungen, auch neuere Kompositionen forderten den Chor heraus. Mauersbergers Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“ aus dem Jahre 1945 wurde gemeinsam mit der Kantorei aus Halle, mit der der Chor inzwischen befreundet ist, am 25. Jahrestages des Mauerfalls 2014 aufgeführt.

Eine ganz besondere Aufgabe stellte sich im Herbst: Zum 10-jährigen Orgeljubiläum erarbeitete der Chor eine Vertonung des 139. Psalms von Johann Lieberknecht, Organist an der Elisabethkirche, die zu diesem Anlass komponiert wurde. Aber nicht nur in Konzerten ist die Kantorei zu hören, musikalisch gestaltet sie mehrere Gottesdienste im Jahresverlauf. So ist die Kantorei ein wichtiger Teil des Kirchenmusiklebens in Marburg.

Auch in diesem Jahr wird die Kantorei ein reichhaltiges Programm bieten. Den Anfang macht am 25. und 26. März die Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Am Ostersonntag können die Besucher der Elisabethkirche sie wieder hören, mit der Kantate „Christ ist erstanden“ auch von J.S. Bach. Im September werden drei Tage lang die Landeskirchenmusiktage in Marburg gefeiert und im November wird das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms aufgeführt. Im Advent dann – ja, wie in jedem Jahr: Das Weihnachtsoratorium!

von Christa Steubing

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