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Kammerorchester Marburg umgarnt die Zuhörer

Schlosskonzert im Vermögenszentrum der DVAG Kammerorchester Marburg umgarnt die Zuhörer

Das war ein glücklicher Tag für die Marburger Musikfreunde, fürs heimische Kammerorchester und die 200 Konzertbesucher, die erstmals ein Schlosskonzert im Foyer des neu erbauten Zentrums für Vermögensberatung der DVAG erlebten.

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Gelungene Premiere: In der Reihe der Marburger Schlosskonzerte spielte das Kammerorchester Marburg im Foyer des Zentrums für Vermögensberatung der DVAG. Foto Helmut Rottmann

Marburg. Gratulation den Marburger Musikfreunden als Veranstalter der Marburger Schlosskonzerte für 40 Jahre abwechslungsreiche Konzerte. Und Glückwunsch zur Wahl des DVAG-Zentrum als neuen Aufführungsort. Claudia Nehrig, Vorsitzende der Marburger Musikfreunde, bedankte sich herzlich bei den Gastgebern. Der helle Raum gefällt mit klarer Akustik und modernem Flair.

Schön, dass gerade das Marburger Kammerorchester, das seit vielen Jahren regelmäßig bei den Schlosskonzerten gastiert, dort den Anfang machen durfte. Es eröffnete die Soiree mit moderaten Klängen minimalistischer Musik aus Philip Glass‘ Company für Kammerorchester oder Streichquartett. Das Kammerorchester unter Arndt Heyer musizierte die vier Teile mit schlankem Ton, locker-flüssig in Melodik und Rhythmik, aber auch zupackend und akzentuiert.

Mit schlankem Orchesterklang und Schmelz im Ton führte das Kammerorchester Marburg in Felix Mendelssohn Bartholdys Konzert für Klavier und Violine und Streichorchester ein, den der in Marburg geborene Pianist Andreas Hering und die Violinistin Yuki Manela Janke geschickt aufgriffen.

Die beiden schnellen Ecksätze hatten Akkuratesse in den Läufen, Kraft in den Akkorden, Präzision im Zusammenspiel der beiden Solisten und einem immer aufmerksam und einfühlsam agierendem Orchester.

Ein bewundernswerter Geigenton, ein faszinierendes Klavierspiel, nahtlose Wechsel, betörend-flirrende Läufe, musizieren voller Lust und Leidenschaft: Es entwickelte sich ein kongeniales Miteinander, in dem kleinste Unsicherheiten im Ton und Unebenheiten bei den Übergängen den Genuss nicht nachhaltig trübten.

Das Kammerorchester Marburg tarierte widmete sich lustvoll den Verzierungen, um dann im Spiel mit den Solisten Andreas Hering und Yuki Manuela Janke mit Gefühl und Herzenswärme die Zuhörer mit zauberhafter Musik für Herz und Seele zu umgarnen. Orchester und Solisten ernteten dafür stürmischen Applaus mit einzelnen Bravo-Rufen, wofür sich Hering und Janke mit dem zweiten Satz aus Mendelssohn Bartholdys Violinsonate op. 4 bedankten.

Das Kammerorchester Marburg war bei Franz Xaver Richters dreisätziger Sinfonie a Quattro in den schnellen Sätzen manchmal etwas undifferenziert, um dann aber mit feinem Klang, sauber strukturierter Melodik und ihrer Verarbeitungen sowie exakten dynamischen Akzentuierungen zu glänzend.

Zum Abschluss erklang Leos Janaceks „Idyll - Suite für Streicher“. Die sieben Sätze hatten jeweils ihren eigenen Charakter, immer wieder andere Klangfarben und pointierte Rhythmuswechsel.

Es machte Vergnügen, sich auf das feinsinnige Spiel des Orchesters einzulassen.

Dirigent Arndt Heyer war der gewohnt souveräne Dirigent, der ökonomisch und mit dezenten Hinweisen das Marburger Kammerorchester sicher zu einem glanzvollen Abschluss führte. Das Publikum bedankte sich mit herzlichem Beifall.

von Helmut Rottmann

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