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Justizthriller 
um die „Goldene Adele“

Kino: „Die Frau in Gold“ Justizthriller 
um die „Goldene Adele“

„Die Frau in Gold“ erzählt die wahre Geschichte eines Klimt-Porträts. Helen Mirren spielt die rechtmäßige jüdische Erbin, die bis vor das höchste US-Gericht zieht, um Gerechtigkeit zu erfahren.

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Maria Altmann (Helen Mirren) vor dem Portrait ihrer Tante „Adele Bloch-Bauer I“ von Gustav Klimt.

Quelle: Square One

Marburg. „Sie gehört Österreich“, heißt es in „Die Frau in Gold“ über das 1907 entstandene Porträt der Adele Bloch-Bauer, das jahrelang als „Mona Lisa Österreichs“ im Schloss Belvedere hing – bis eine ältere, von den Nazis vertriebene Jüdin ihr Erbe bis vor dem höchsten US-Gericht und gegen den österreichischen Staat erkämpfte.

So weit die wahre Geschichte, die Simon Curtis in seinem jüngsten Regiewerk mit der großartigen Helen Mirren als störrische, nach Gerechtigkeit strebenden Maria Altmann erzählt und sich dabei größtenteils auf Fakten stützt.

Dazu zählt auch, dass die sture Dame ausgerechnet den jungen und unerfahrenen Anwalt Randy 
Schoenberg (Ryan Reynolds) engagiert. Der ist der Enkel des Wiener Komponisten Arnold Schönberg, aber weniger an seiner jüdischen Vergangenheit als an dem horrenden Honorar interessiert, das angesichts des unglaublichen Wertes in Aussícht steht.

Regisseur setzt auf Emotionen

Gemeinsam reist das ungleiche Paar nach Wien, um es mit dem österreichischen Staat aufzunehmen, unterstützt von einem Journalisten (Daniel Brühl). In Rückblenden erzählt Curtis von Marias Tante Adele, als sie von Gustav Klimt gemalt wurde, von der Unterdrückung der jüdischen Familie und schließlich der Flucht der jungen Maria.

Curtis setzt vor allem auf Emotionalität, die dem Thema innewohnt, und bleibt doch erstaunlich an der Oberfläche. Helen Mirren mit hartem deutschen Akzent, sprödem Witz und gouvernantenhafter Strenge demonstriert zwar ihr großartiges Spiel. Innere Konflikte, den Schmerz der eigenen Geschichte aber stellt sie in erster Linie durch ernste Miene dar – unterstützt von Hans Zimmers streicherlastigen Musik-Klängen.

Es geht um Raubkunst und Restitution, um Vergangenheitsbewältigung und Gerechtigkeit, doch gerät die „Frau in Gold“ in erster Linie zu einem bombastischen Justizthriller und Historiendrama. Das ist hübsch und oftmals auch spannend anzusehen, wird dem Thema aber letztendlich nicht gerecht. Es bleibt eine zu glatte Hochglanz-Hollywood-Produktion.

  • Der Film läuft im Capitol. Freitag, 4. Juni, und Samstag, 5. Juni, ist der Film jeweils ab 22.45 Uhr auch in der englischen Fassung zu sehen.

von Britta Schmeis

 

„Die Frau in Gold“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat:
sehenswert
mit der Note 3,36 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:

„Interessant und tief bewegend.“
Gerhard Schmidt (68) aus Schwalmstadt

„Ein beeindruckender Film. Jedoch erschreckend immer wieder zu sehen, wie weit die Schatten der Vergangenheit immer noch fallen.“
Jutta Soltendieck-Plenge aus Marburg

„Eine starke und mutige Frau – großartig dargestellt von Helen Mirren.“
Roswitha Koch (64) aus Ebsdorfergrund

„Sehr gute Kombination von Rückblenden und Gegenwart.“
Ursel Diedrich (73) aus Marburg

„Ein sehr bewegender Film. Voller Poesie und menschlicher Tragödien vor dem furchtbaren geschichtlichen Hintergrund.“
Elke Weber (71) aus Marburg

„Ein Film über ein Bild, welches uns zwingt uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen.“
Günter Wenning aus Marburg

„Berührender, bewegender und fesselnder Film. Mit einer hervorragenden Helen Mirren und ebenbürtigem Partner.“
Jutta Bredemann aus Marburg

„Toll – sehenswert. Unbedingt zu empfehlen für die Jugend.“
Marianne Kohlhauer (77) aus Marburg

„Um mit Maria zu sprechen, der Film ‚hält die Erinnerung am Leben‘. Sehenswert.“
Ludger Funke aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Jutta Soltendieck-Plenge, Ursel Diedrich, Andreas Schin (alle Marburg), Silke Wiegand (Wohratal) und Nicola Knoche (Stadtallendorf). Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Still Alice (3,74)
2. American Sniper (3,73)
5. Die Frau in Gold (3,36)

 
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