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„Jungs, das ging richtig ab“

Marburger Lyrikkompanie „Jungs, das ging richtig ab“

Ratschläge von Fischen, die Macht des Schicksals oder eine kleine Meeresballade: Das – und nicht nur das – kriegen Sie nirgendwo anders geboten als bei der Lyrikkompanie.

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Jürgen Helmut Keuchel spielt mit dem „Playboy“ (von links), Carsten Beckmann mit seiner Lapsteel-Gitarre und Stefan Piskorz mit dem Keyboard.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Die Band sei weltweit nicht bekannt – aber berüchtigt, kündigt Jürgen Helmut Keuchel sich und seine beiden Mitstreiter, Carsten Beckmann und Stefan Piskorz, an.

„Jungs, das ging richtig ab“, heißt es bei der Premiere des neuen Stücks „Ausgeheckte Dialekte“ schon nach der ersten Nummer. Und da hatte sich weder Beckmann darüber beschwert, warum er das kleinste Hemd bekommen habe, noch hatte sich Piskorz in einen roten Glitzerfummel geworfen.

„Wollen Sie das überhaupt noch?“, fragt Keuchel nach der Pause das Publikum im „Szenario“ – eine rein rhetorische Frage. Die Fangemeinde ist nach wie vor treu und alle Stühle sind besetzt. Die Zuschauer wollen. Sie wollen Schneckenweisheiten und Haarspaltereien, das Mittel gegen Einsamkeit und Vogeldiskussionen.

Um nur einige der Stücke zu nennen, die die Lyrikkompanie an diesem Abend präsentiert. Und, versprochen: Keiner im Publikum wird das Wort „Ehegattensplitting“ je wieder hören können, ohne an eine Axt zu denken.

Sex und Lyrik und Dialekt

Der Großteil der Texte stammt von Jürgen Helmut Keuchel. Bei der „Ballade eines fast zufriedenen Phlegmatikers“ heißt Carsten Beckmann die Zuhörer dann willkommen in seiner Welt, und Stefan Piskorz darf kein Wort geglaubt werden, wenn er Maria anfleht: „Komm ans Fenster, ich will reden.“

Mit den „ausgeheckten Dialekten“ entführen die drei Kompaniemitglieder das Publikum ins Tierreich, zu Conchita Wurst und Don Alvarez, nach „Schottland, 97“ und in die Welt von Sex und Lyrik. Und Dialekt wird 
 dabei manchmal auch gesprochen.

Wofür die Leuchtstäbe gut waren, die jeder zu Beginn der Veranstaltung in die Hand gedrückt bekam, wird beim Auftritt von Stefan Piskorz zu „Kleine 
Taschenlampe, brenn“ klar. Und was lernen wir ansonsten noch an diesem Abend? Traumfrauen, die gibt es nicht. Schwimmer brauchen Ufer. Seemannsknoten vertragen sich nicht mit Ringelnattern.

Nur eine Kelle ist in der Küche schöpferisch tätig. Und angesichts von Tausenden von Damen, und die alle brauchen Sex – „Junge, scheiß‘ auf Deine Ex“. Kreta ein Hahn? Überzeugen Sie sich selbst. Der nächste Auftritt der Lyrikkompanie mit dem neuen Programm ist erst im Herbst.

von Nadja Schwarzwäller

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