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Junge Talente stellen sich dem Publikum

Klavierkonzert Junge Talente stellen sich dem Publikum

Junge heimische Talente standen jüngst bei den Marburger Schlosskonzerten im Mittelpunkt. Das Interesse war groß, der Fürstensaal ausverkauft.

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Simon Kressin (von links), Klavierlehrerin Charlotte Schmidt-Schön, Jakob Kressin, Clara Pilgrim, David Feldpausch und Jenny Li stellten sich zum Gruppenbild. Es fehlt Lukas Rommelspacher.

Marburg. Schüler und ehemalige Schüler der Klavierklasse von Charlotte Schmidt-Schön entführten die Zuhörer zu einem musikgeschichtlichen Gang von der Romantik bis hin zu frühen Werken der Moderne.

Der Abend begann mit einem wundervollen Vortrag einer Auswahl der eher selten gehörten Klavierstücke op. 76 von Johannes Brahms. Diese pianistischen Kostbarkeiten sind zwischen 1871 und 1878 in Wien entstanden. Lukas Rommelspacher verstand es, die Zuhörer in den Bann dieser musikalischen Epoche zu entführen.

Gleich im Anschluss spielte Simon Kressin eine äußerst gelungene Interpretation des Nocturnes in cis-moll (op. Posthum). Ebenso überzeugend wie Frederic Chopins Nocturne setzte sich das Programm mit vier Werken Franz Liszts fort. Jakob Kressin, Clara Pilgrim und Jenny Li machten mit ihren virtuosen Interpretationen deutlich, wie wegweisend diese Klavierkompositionen doch sind.

Nach der Pause eröffnete sich die Welt des Fin de siècle mit den Sept Piéces Brèves von Arthur Honegger. Diese kurzen, höchst anspruchsvollen Jugendwerke Honeggers entstanden in den Jahren 1917 bis 1918 in Paris. Clara Pilgrim konnte die Stücke kaum gelungener spielen. Man spürte, wie sehr ihr diese Musik liegt. David Feldpausch begeisterte anschließend mit der einsätzigen Sonate No. 1 von Alban Berg. Berg studierte ab 1904 bei Arnold Schönberg Komposition und schrieb diese Klaviersonate im Jahre 1907 bis 1908. Von Wien führte der Weg wieder nach Paris, wo Maurice Ravel vier Jahre zuvor seine dreisätzige Sonatine fis-Moll vollendet hatte. Jenny Li zeigte sich mit ihren erst 17 Jahren diesem Werk gewachsen. Lukas Rommelspacher bot dem Publikum zum Abschluss eine einzigartige Darbietung von Alborado del Gracioso aus Ravels Klavierzyklus Miroirs.

Alles in allem war es ein beeindruckender Klavierabend mit herausragenden Leistungen der jungen Musiker. Überzeugend war aber auch die kluge Zusammenstellung des Programms, welches die Pianisten zusammen mit ihrer Lehrerin Charlotte Schmidt-Schön ausgearbeitet hatten.

von Dr. Michael Herrmann

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