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„June küssen“: Die To-do-Listen von berühmten Menschen

OP-Buchtipp: Shaun Usher: „Lists of Note“ „June küssen“: Die To-do-Listen von berühmten Menschen

Ob Wunschzettel oder To-do-List – schon immer versucht der Mensch, mit Listen Ordnung in die Welt zu bringen. Ein prachtvoller Band vereint nun mehr als 120 solche Listen, von Leonardo da Vinci bis Kurt Cobain.

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Die To-do-Liste von Country-Star Johnny Cash war eine Liebeserklärung an seine Frau June: „1. Nicht rauchen 2. June küssen 3. Niemand anderen küssen“.

Quelle: Jörg Schmitt

Einsteins Ehe mit Mileva war schon zerrüttet, als er 1914 die folgenden Regeln aufstellte: „1) Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen 2) Du hast eine an mich gerichtete Rede sofort zu sistieren, wenn ich darum ersuche 3) Du hast mein Schlaf- und Arbeitszimmer sofort ohne Widerrede zu verlassen, wenn ich darum ersuche.“

Einsteins merkwürdige Liste ist nun nachzulesen in dem Band „Lists of Note“, einer Sammlung kurioser, lustiger, berührender Listen, die Menschen im Laufe der Jahrhunderte so angelegt haben.

Vor allem wird daraus deutlich: Schon immer hatte der Mensch offenbar das Bedürfnis, Listen zu machen und damit Ordnung in die Welt zu bringen. Aus dem China des 10. Jahrhunderts stammt die Einkaufsliste zweier tibetischer Mönche: „eine Hose aus dickem, breitem Deckenstoff ... eine große rote Decke ... einen rauchfarbenen Mantel aus dicker Wolle ... einen silbernen Becher ...“

Newton beichtete: in der Kirche gegessen

Leonardo da Vinci legte 1489 eine Liste von Dingen an, die er noch erforschen wollte: „Schließen der Augenlider, Heben der Augenlider, Senken der Augenlider, Augenschließen, Augenöffnen ... was ist Niesen, was ist Gähnen ...“

Und Isaac Newton schrieb direkt an Gott eine lange Liste der Sünden, die er schon als 19-Jähriger begangen hatte: „2. Einen Apfel in Deinem Haus gegessen ... 5. Mause­falle gebaut an Deinem Tag ... 17. Kirschen von Eduard Storer gestohlen ... 30. Streit mit den Dienern angefangen ...“ Herausgeber des prächtigen Bandes ist der Brite Shaun Usher.

Mit „Letters of Note“, einer Sammlung von Briefen, hat er bereits einen Bestseller gelandet. „Bei dieser Forschungsreise durch Archive, Museen und Bibliotheken auf der ganzen Welt stieß ich fast ständig auf Listen aus der Feder ebendieser Zeitgenossen“, schreibt er im Vorwort. „Lists of Note“ ist der Nachfolgeband von „Letters of Note“.

Er versammelt mehr als 120 Listen – von Galileo Galilei, Michelangelo, Susan Sontag, Norman Mailer, Harry S. Truman, Mark Twain, Sylvia Plath, Benjamin Franklin, Ernest Hemingway, Jack Kerouac, John Lennon oder Kurt Cobain.

Johnny Cash: keine andere Frau küssen

Marilyn Monroe verfasste eine Liste ihrer Traummänner, mit denen sie gern ins Bett gehen würde („Zero Mostel, Eli Wallach, Charles Boyer, Jean Renoir, Lee Strasberg, Nick Ray, John Huston, Elia Kazan, Harry Belafonte, Yves Montand ...“).

Pablo Picasso notierte, wer zur – später berühmt gewordenen – Armory-Show Moderner Kunst 1913 eingeladen werden sollte: „Juan Gris, Metzinger, Gleizes, Leger, Ducham (gemeint ist Marcel Duchamps), Delauney, Le Fauconnier ...“.

Besonders anrührend ist Johnny Cashs To-do-Liste, eine Liebeserklärung an seine Frau June: „1. Nicht rauchen 2. June küssen 3. Niemand anderen küssen“.

  • „Lists of Note. Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten“, hg. von Shaun Usher, Heyne Verlag, 344 Seiten, 34,99 Euro.

von Stephan Maurer

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