Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Jugendliche werfen Blick in die Zukunft

German Stage Service Jugendliche werfen Blick in die Zukunft

Das junge Ensemble, mit dem die Theatermacher nun zum dritten Mal zusammenarbeiten, hat den Erwachsenen ihre Zukunftsvisionen abgelauscht und macht sich seinen eigenen Reim darauf. Donnerstag ist Premiere.

Voriger Artikel
Gestickte Märchen aus fünf Jahrzehnten
Nächster Artikel
Spätburgunder trifft Marburger Südspange

Sieben Marburger Jugendliche werfen im Theater neben dem Turm auf den Afföllerwiesen einen Blick in die Gedankenwelt der Erwachsenen.

Quelle: German Stage Service

Marburg. Wie werden wir künftig lieben, lernen, arbeiten, kämpfen, glauben und sterben? In „Tomorrow’s Parties“ haben sich sieben Jugendliche auf den Weg gemacht, um herauszufinden, wie die Erwachsenen darüber denken. Haben sich an sie herangeschlichen, sich in Schränken und unter Betten versteckt und ihre Tagebücher gelesen.

Nun treffen sie sich, um sich darüber auszutauschen, geben die Gedanken der Erwachsenen wieder und kommen­tieren sie zugleich, allein durch die Art, wie sie sie vorstellen. „Da kann einen schon einmal ein Schauer überlaufen, wenn man diese Gedanken und Vorstellungen aus dem Mund dieser jungen Menschen hört“, sagt Regisseur Rolf Michenfelder, der das Stück zusammen mit Anna Krauß inszeniert hat.

Die beiden arbeiten zum dritten Mal mit den Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren zusammen, die sich 2011 für das Stück „Dass nach dem Tag die Nacht kommt“ zusammengefunden hatten und nach dessen großem Erfolg unbedingt weitermachen wollten.

In der Zwischenzeit ist mit einem Büchnerstück noch eine weitere Inszenierung mit der jungen Truppe am Theater im G-Werk entstanden; mit „Tomorrow‘s Parties“ schließt sich laut Michenfelder ein Kreis, und zwar nicht nur, weil beide Stücke von Tim Etchells und der Gruppe Forced Entertainment stammen.

Fiktive Texte über kleine und große Visionen

Ging es in „Dass nach dem Tag die Nacht kommt“ noch darum, wie Erwachsene Jugendlichen die Welt erklären, so geht es jetzt, wo die jungen Darsteller an der Schwelle zum Erwachsensein stehen, um den Blick in die Zukunft.

Was für Utopien und Visionen haben die Erwachsenen, und was heißt das für die, die nachkommen? Was geben sie so von sich, wenn sie glauben, dass ihnen keiner zuhört, und wie sehen das junge Menschen, die ja mal in der von den Erwachsenen imaginierten Zukunft leben müssen?

Die Texte sind fiktiv, beschreiben große und kleine Visionen, schöne und schreckliche. „Sie treiben die Dinge ins Absurde, verlieren aber nie die Boden­haftung“, sagt der Regisseur. Und indem die Zukunft verhandelt wird, geht es immer auch um das Heute.

Während das Stück im englischen Original von zwei Erwachsenen gespielt wird, konfrontieren in der Inszenierung von German Stage Service die Jugendlichen die Erwachsenenwelt mit ihren eigenen Aussagen und Plänen. Und dabei wenden sie sich ganz eindeutig nicht an Gleichaltrige: „Es ist kein Jugendtheater, sondern Theater für Erwachsene, das von Jugendlichen gespielt wird“, betonen Krauß und Michenfelder.

von Heike Döhn

  • „Tomorrow’s Parties“ feiert diesen Donnerstag ab 20 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen: 5. und 6. Dezember, 20 Uhr, 7. Dezember, 18 Uhr. Tickets gibt es unter der Telefonnummer 0 64 21 / 6 25 82.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr