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Judenverfolgung kindgerecht aufgearbeitet

OP-Buchtipp: Susanna Maibaum: „Davids Geschichte“ Judenverfolgung kindgerecht aufgearbeitet

Wie bringt man Kindern der 5. bis 7. Klassen die jüdische Kultur näher? Wie erklärt man ihnen den Terror gegen Juden im Nationalsozialismus? Die im Ebsdorfergrund lebende Autorin Susanna Maibaum hat dafür die Form einer Erzählung gewählt. „Davids Geschichte“ heißt ihr Buch, das im Schulbuchverlag BVK erschienen ist.

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Susanna Maibaum präsentiert ihre Kinderbuch „Davids Geschichte“.

Quelle: BVK-Verlag, Uwe Badouin

Marburg. Die Handlung spielt in der Gegenwart. Ihr junger Protagonist David ist elf Jahre alt, ein aufgeweckter, interessierter Junge. Erwachsene Leser merken bald – dieser David ist fast ein wenig zu idealtypisch. Aber „Davids Geschichte“ ist ja auch kein klassischer Abenteuerroman, sondern ein geschickt konstruierter Mix aus Erzählung und Sachbuch.

David hat einen Großvater, den er sehr liebt und regelmäßig im Altersheim besucht. Der Großvater hatte als Kind einen Freund, der ebenfalls David hieß und ein Jude war. Er erzählt seinem Enkel einfühlsam die tragische Geschichte seiner Freundschaft. Sie besuchen jüdische Friedhöfe und die neue Synagoge.

David erfährt von der Reichspogromnacht, dem Auftakt der systematischen Judenverfolgung, von der Hitlerjugend, von dem Terror, der Freundschaften wie die zwischen seinem Großvater und dessen Freund zerstörte, von den Konzentrationslagern. Eingebettet in diese Gespräche sind Rückblenden in die Zeit, in der Großvater Ferdinand selbst ein Junge war. Sie machen das Buch lebendiger.

Maibaums zweites Kinderbuch

Susanna Maibaum, von Beruf Erzieherin im evangelischen Familienzentrum, ist als Tochter eines Pfarrers aufgewachsen und hat selbst als Kind viel erfahren über die jüdische Kultur. „Aber viele Schüler wissen davon wenig oder nichts“, sagt sie im Gespräch mit der OP. Das will sie ändern.

Sie selbst vergleicht ihr Buch mit dem Klassiker „Damals war es Friedrich“ von Hans Peter Richter aus dem Jahr 1961. Sie hofft, dass auch ihr Buch einmal im Schulunterricht verwendet wird, zumal der Verlag demnächst auch Unterrichtsmaterialien zu „Davids Geschichte“ herausgeben wird.

„Davids Geschichte“ ist ihr zweites Kinderbuch nach „Was passiert mit Hilde Mück“, in dem sie Kindern erklärt, was in den Tagen nach dem Tod eines geliebten Menschen passiert, was ein Bestatter macht.
Und in Kürze erscheint „Briefe von Hans“, in dem sich Susanna Maibaum anhand eines fiktiven Briefwechsels zwischen dem Frontsoldaten Hans und seinem kleineren Bruder mit dem 1. Weltkrieg auseinandersetzt. Auch dieses Buch richtet sich an Kinder.

  • Susanna Maibaum: „Davids Geschichte“, BVK-Verlag, 134 Seiten, 5,90 Euro.

von Uwe Badouin

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