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Jazz-Stars sind begeistert von Marburger Bigband

Marburg Jazz Orchestra Jazz-Stars sind begeistert von Marburger Bigband

Das Marburg Jazz Orchestra feierte am Samstag in der Waggonhalle sein zehnjähriges Bestehen. Für viele Fans wurde es ein unvergesslicher Abend.

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Zwei preisgekrönte Jazzstars verstärkten das Marburg Jazz Orchestra: der Posaunist Detlef Landeck (links) und Niels Klein am Dirigentenpult.

Quelle: Nigar Ghasimi

Marburg. Das Marburg Jazz Orchestra (MJO) hatte es geschafft, zu diesem Ereignis zwei momentan gefeierte Jazz-Musiker nach Marburg zu holen: den Echo-Preisträger Niels Klein und den Hessischen Jazzpreisträger Detlef Landeck.

Im Wechsel traten sie als Bandleader und Solisten auf, ließen aber auch den Mitgliedern des MJO genügen Raum, ihr solistisches Können zu zeigen, das vom Publikum stets mit viel Applaus honoriert wurde.

Alle zwei Jahre steht das MJO mit seinem stetig wachsenden Repertoire auf der Bühne und begeistert sein Publikum mit frischen Entdeckungen der ­modernen Bigband-Literatur.

Am Samstag stand Musik zeitgenössischer europäischer Komponisten auf dem Programm. Die besondere Auswahl wurde, wie Niels Klein hervorhob, mit großer Sorgfalt und Originalität von Orchester-Mitglied Robin Bäumner gewählt. Stilistische Vielfalt, Dynamik und Synergien waren die zentralen Elemente des Abends.

In Claudio Pontes „Alpenklänge“ etwa wurden die folkloristischen Themen humorvoll und spielerisch leicht vorgetragen, wobei Niels Klein mit einem ­experimentellen schnellen Lauf an der Klarinette brillierte.

Saxofon und Klarinette

Auch ein Werk von Oliver Leicht, Klarinettist und Saxophonist der HR-Bigband, wurde vorgestellt. Die Komposition­ ­begann mit Alexander Reuß‘ vollen und anmutigen Bassklängen, in die allmählich auch die anderen Orchestergruppen einstiegen. Das Stück bot mit seiner Klangmagie eine hohe Vielschichtigkeit.

An die schwedische Komponistin Ann-Sofi Söderqvist wurde mit „Remembering Frida“ erinnert. Es ist ein sphärisch beginnendes Stück, das von der Sängerin Joy Rosenow und ­wenigen Bläsern mit Dämpfern („Harmon“) eingeleitet wurde­ und von vielen Brüchen und Wechseln geprägt ist, die doch immer wieder symbiotisch zueinander fanden und das Publikum musikalisch in die Mannigfaltigkeit der schwedischen Landschaft eintauchen ließ.

Hier trat Niels Klein solistisch mit seinem Tenor-Saxophon auf und begeisterte mit pulsierenden Spannungsbögen. Auch ein kleines Klarinetten-Intermezzo des jungen vielseitigen Musikers selbst war neben Stücken etwa von Maria Schneider, Frederik Köster und Bob Brookmeyer zu hören.

Detlef Landeck, der auch als Theatermusiker und Musikpädagoge tätig ist, spielte als ­Solist die Posaune genauso empathisch wie er auch die Bigband durch den Abend führte. Wenn er die Posaune ansetzte, „erzählte“ er beeindruckend Geschichten.

Mit einer immensen Professionalität und den prominenten Gästen überzeugten die Musiker ihr Publikum mit kraftvollem Bigband-Klang. Das MJO durfte sich darüber hinaus über zahlreiche Lobgesänge seitens Klein und Landeck erfreuen. Die Musiker seien sehr virtuos und technisch versierter als so manche staatlich subventionierte Profiband.

Im gut gefüllten Saal waren Besucher jeden Alters zu finden. Sie alle durften sich über raffinierte Tonart- und Rhythmuswechsel, eine große Vielfalt in der Stückeauswahl und einen­ unkonventionellen und authentischen Umgang mit dem Publikum freuen. Das war begeistert und bekam für seinen stürmischen Applaus eine dynamische Zugabe.

von Nigar Ghasimi

 
 
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