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Jahrhundert-Epos an zwei Tagen

Edgar Reitz: „Heimat – Eine deutsche Chronik“ Jahrhundert-Epos an zwei Tagen

Mit „Heimat – Eine deutsche Chronik“ schrieb Edgar Reitz ein Stück deutsche Filmgeschichte. Am Samstag und Sonntag präsentiert der 83-jährige Filmemacher die komplette Reihe in Marburg.

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Edgar Reitz begleitete die Bewohner des fiktiven Dorfes Schabbach fast durch ein ganzes Jahrhundert.

Quelle: Schüren-Verlag

Marburg. 15 Stunden „Heimat“ sind am Samstag ab 13.15 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr im Filmkunsttheater Kammer zu erleben. Zwischen den Teilen gibt es Pausen mit Imbiss. Am Sonntag beginnt der lange Filmtag mit einem Gespräch zwischen den Marburger Medienwissenschaftler Professor Karl Prümm und dem preisgekrönten Regisseur.

1981/82 drehte Reitz im Hunsrück die Geschichte von Maria Simon und ihrer Familie. Es wurde ein episches Filmprojekt und nahm schon damals heute moderne US-Serientrends vorweg, die beginnen. Reitz begleitet seine Heldin Maria Simon aus dem fiktiven Dorf Schabbach vom 19. bis zum 82. Lebensjahr, von 1919 bis 1982, und erzählt darüber deutsche Geschichte: In eindringlichen Bildern wird das Dorf zum Spiegel Deutschlands, seine „Heimat“ zu einem Filmroman, zu einer Generationenerzählung, die damals in dieser Form einzigartig war.

Edgar Reitz (Foto: Schüren-Verlag), aufgewachsen im Hunsrück, war ganz nah dran an seinen Protagonisten und deren Lebenswegen. „Heimat – eine deutsche Chronik“ ist der erste Teil einer Trilogie und wurde 1984 erstmals im Fernsehen gezeigt.

Zu sehen ist im Filmkunsttheater eine neu digitalisierte Fassung, die im Februar in Mainz erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Reitz hatte 2005 eine Kino-Anfrage aus Italien erhalten und festgestellt, dass es keine kinotaugliche Fassung mehr gab. Fünf Jahre lang hat er an der Digitalisierung von Material aus dem Bundesarchiv gearbeitet und sein ursprünglich elfteiliges Werk in sieben kinogerechte Teile geschnitten.

Dokumentiert wird dies in 
einem aufwändig gestalteten Buch von Reitz, das im Marburger Schüren-Verlag erschienen ist. Der Band enthält zahlreiche 
Fotos mit Filmszenen, Dialoge und Szenenbeschreibungen sowie Informationen über die Darsteller und die Entstehungsgeschichte 
des Films, der 
als „Jahrhundert-Epos“ gilt.

  • Edgar Reitz: „Heimat. Eine deutsche Chronik. Die Kinofassung“, Schüren-Verlag, 542 Seiten, 38 Euro.

von Uwe Badouin

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