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„Is’ im Keller heute Mucke?“

"MaNo"-Festival „Is’ im Keller heute Mucke?“

Drei Tage, zwölf Locations und 60 Bands aus Marburg und sämtlichen Partnerstädten - fertig ist ein Festival der besonderen Art.

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Samuel Bos spielte in der Kneipe „Zum röhrenden Hirsch“.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Is’ im Keller heute Mucke?“, fragt ein Mann an der Theke nach. Jawohl, jede Menge Mucke sogar. Während Besucher des „MaNo“-Festivals auf dem Weg ins Szenario, wo es durch mehrere Türen hinunter in den Keller geht und selbst Mucke mit dem Label „Sauf­core“ oder „Hardrock“ nicht gleich zu hören ist, mal vorsichtshalber nachhakten, war das anderenorts so gar nicht nötig. Stellenweise konnte man sich in der Oberstadt auf dem Weg zur nächsten Location an der Geräuschkulisse orientieren: einfach den Ohren nach. Seit „MaNo“ - nach den beiden Orten benannt, um die es ursprünglich ging, nämlich Marburg und Northhampton - 1996 aus der Taufe gehoben wurde, hat sich das Festival ordentlich gemausert. „Raus aus den Proberäumen, rauf auf die Bühne“ war und ist das Motto. Außerdem spielt die Pflege der Kontakte in die Partnerstädte eine zentrale Rolle. Nach und nach kamen auch Musiker aus Eisenach, Poitiers (Frankreich), Maribor (Slowenien), Sfax (Tunesien) und Sibiu (Rumänien) dazu. 2014 waren erstmals alle Marburger Partnerstädte bei „MaNo“ vertreten. Partnerfestivals finden sowohl in Northhampton als auch in Poitiers statt.

Drei Tage, zwölf Locations und 60 Bands aus Marburg und sämtlichen Partnerstädten – fertig ist ein Festival der besonderen Art.

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In diesem Jahr nahmen 60 Bands teil und spielten über drei Tage verteilt an zwölf Veranstaltungsorten - von der Waggonhalle und dem KFZ über diverse Kneipen in der Oberstadt bis hinunter an die Lahn in Weidenhausen und im TTZ. Und was es da auf die Ohren gibt, das reicht vom klassischen Liedermacher bis hin zum Punkrock. Alles mit dabei.

Jazz und Folk, Afro- und Samba-Percussions, der berühmte „Kessel Buntes“ und, jawohl: „Saufcore“ und „Stromgitarrenkungfu“. Eröffnet wurden die drei Tage am Donnerstag Abend in der Waggonhalle, mit fast allen Gästen aus den Partnerstädten. Als erstes auf der Bühne war die „Vic Suhr Band“ - die „Vorzeigeband“ des Festivals mit Musikern aus Marburg und Northhampton. Außerdem aus England angereist: die Alter­native Indie-Rockband „Deaf Treap“, Singer-Songwriter Will Sey, „The Strawhorses“ (Bob Bray mit seinem Contemporary Folk Projekt) und als „very special act“ die Band „Green Leaves Down“, die Mitorganisatoren des „Twinfest“ Northhampton. Aus Frankreich war Singer-Songwriterin Violette mit dem Kontrabassisten Sylvian zu Gast, aus Maribor die Singer-Songwriter J&B (Jani Mule und Bostjan Zorc), aus Eisenach die Sandra Peschke Band mit akustischen Covern, aus Sfax „Instaband“, die „World Music“ machen, und aus Sibiu die Hardrock-Cover-Band „Still Crazy Hard“.

Der Sauerstoffgehalt geht gegen Null

Die wollten am Freitag im Szenario als letzte Band des Abends gar nicht mehr aufhören zu spielen. Und auf wie viel Begeisterung das Festival bei den Fans stößt, war allein schon an den vielen Menschen zu sehen, die Freitag und Samstag den ganzen Abend über mit den „MaNo“-Bändchen ums Handgelenk durch die Stadt pilgerten.

In mancher kleineren Kneipe war während einiger Konzerte kein Durchkommen mehr. Freitag kurz nach zehn, „Zum röhrenden Hirsch“: Der Mann an der Tür sagt „ist schon sehr voll“.

Bedeutet: Die letzten stehen mit dem Rücken an der Tür. Der Sauerstoff-Gehalt geht gefühlt gegen Null. Die Stimmung: bestens. Selbes Bild auch am Samstagabend im „Sudhaus“. Durchkommen zu „Deaf Treap“ aus England? „Da hinten, viel Glück.“ Während es bei „Vio­lette“ aus Frankreich im Jugendhaus Compass keine zwei Stunden davor noch Platz für mehr Besucher gegeben hätte.

von Nadja Schwarzwäller

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