Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Irokesen, Dosenbier und Nietenkutten

"Terrorgruppe" im KFZ Irokesen, Dosenbier und Nietenkutten

Mit Nieten besetzte Kutten, hochgestylter Irokesenschnitt und Dosenbier kündigen im Kulturladen KFZ einen spaßigen Konzertabend jenseits der erlaubten Dezibelgrenze schon auf der Straße an.

Voriger Artikel
Weihnachtsoratorium diesmal komplett
Nächster Artikel
Ali und die Detektivin in Bollywood

Immer Vollgas voraus: Archie MC Motherfucker von der Berliner Punkband „Terrorgruppe“.Foto: Jan Bosch

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Drinnen fließt am Donnerstagabend beim Warm-up mit der Punkrockband „Alex Mofa Gang“ das Bier in Strömen.

Nach kurzer Verschnaufpause wird es richtig wild. Mit voller Wucht starten die Berliner Punklegenden von der Terrorgruppe durch. Donnernder Doublebase und steter Wechsel zwischen Vollgas-Riffs und kurzen Refrains.

Deutschpunk zum Mitsingen und eine energiegeladene Liveshow lassen nach wenigen Minuten den ersten Becher Bier durch die Luft fliegen.

Nach einer Dekade Pause spielen sich Johnny Bottrop, MC Motherfucker, Zip Schlitzer und Konsorten seit zwei Jahren wieder rüpelhaft durch deutsche Konzertsäle. Ihre neue Scheibe „Tiergarten“ hat es sogar in die deutschen Charts gebracht. Der Punk ist nicht tot – eine der einflussreichsten deutschsprachigen Punkbands der Neunziger ist wieder am Start!

Acht Zeilen, drei Akkorde und viel Bier werden schnell zum perfekten Punkrock-Abend. Dazu noch zwei Gitarren auf Hochtouren und die Menge ist unhaltbar in Wallung.

Angriffslustig schmettert Frontmann MC Motherfucker eingängige Punkrockperlen ins Mikro. Die Setlist aus alten Songs und neuem Album glänzt von trashigen Saufliedern bis zum „Sozialen Misserfolg“. Und das immer mit Vollgas auf der Überholspur.

Mittlerweile erweitern Ska und Reggae das musikalische Spektrum, was kurz die bandinterne Frage an Multiinstrumentalist Eros Razorblade aufwirft: „Ist eine Rassel noch Punk?“ Piepegal, wenn’s Spaß macht! Schon rattert der Bass los und der Pogo geht weiter.

Die Terrorgruppe ist wieder unterwegs. Extrem lautstark und gewohnt sarkastisch rocken sie durch die Republik und sind live, trotz gesetzten Alters, immer noch eine Ansage, mit der sich der Nachwuchs messen kann.

von Jan Bosch

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr