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„Irgendwie kriegen wir das hin“

Startschuss für Innensanierung des Universitätsmuseums „Irgendwie kriegen wir das hin“

Seit Ende 2011 ist das 
Museum im Ernst-von-Hülsen-Haus wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Außenhaut ist lange fertig, jetzt beginnt die Innensanierung. Sie soll 3,5 Millionen Euro kosten.

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Zahlreiche Spender, Unterstützer und Freunde des Unimuseums feierten am Montag den symbolischen Startschuss für die Innensanierung des Gebäudes. Unipräsidentin Professorin Katharina Krause (vorne, Mitte) freute sich mit Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (3. von rechts) und Marburgs OB Egon Vaupel (2. von rechts).

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Strahlende Gesichter 
im leergeräumten Kunstmuseum im Ernst-von-Hülsen-Haus: Am Montag gab die Präsi­dentin der Philipps-Universität, Professorin Katharina Krause, 
den Startschuss für die langersehnte Innensanierung. Und es sah auch schon ein wenig nach Baustelle aus – von zwei Wänden im Foyer war der Putz abgeschlagen.

Seit vier Jahren ist das Museum – abgesehen von einigen Sonderveranstaltungen – für den Publikumsverkehr geschlossen. Noch ist es ein langer und finanziell schwieriger Weg bis zur geplanten Wiedereröffnung im Wintersemester 2017/18.

Unimuseum Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Rund 3,5 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Vorgesehen ist die barrierefreie Erschließung mit einem Aufzug, die die Stadt Marburg großzügig unterstützt. Zudem sollen die alten Rundgänge in dem bedeutendsten Museum Mittelhessens neu erschlossen werden.

Universität hofft 
auf weitere Spenden

Professorin Krause weiß um die komplizierten Planungen, die Umzüge etwa von Foto Marburg oder von den Archäologen 
vorsieht, die sich das Haus mit dem Museum und anderen 
Uni-Instituten teilen.

Hinzu kommen finanzielle Risiken: Geschätzte 3,5 Millionen Euro soll die Sanierung kosten, die das 1927 eröffnete Haus technisch auf den Stand des 21. Jahrhunderts bringen soll. 1,25 Millionen Euro davon sind als Spenden eingeplant. Bislang sind rund 500.000 Euro eingegangen. 750.000 Euro muss und will das Team um Iris Rubinich, die Leiterin des Uni-Fundraising, noch einsammeln.

Trotz der vielen Unwägbar­keiten strahlten alle Redner große Zuversicht aus. Katharina Krause betonte: „Der heutige Tag ist für uns so etwas wie der erste Spatenstich. Er ist auch die Chance, Dank zu sagen an die vielen Spender, Unterstützer und ehrenamtlichen Helfer.“ Die Uni gehe das Projekt an wie im 13. Jahrhundert die Erbauer der Elisabethkirche. Die hätten während des Baus weiter 
gesammelt.

Auch Hessens Finanzminister 
Dr. Thomas Schäfer gab sich optimistisch: „Irgendwie kriegen wir das hin.“ Er verwies auf die Absprache mit der Philipps-Universität: Das Land übernahm die Sanierung der Außenhülle, die Uni sei für die Innensanierung zuständig. Schäfer würdigte die „hohe Spendenbereitschaft“ und appellierte an weitere Spender.

Neuer Stellenwert für Museumspädagogik

Das „bürgerschaftliche En­gage­ment“ hob auch der ehemalige Kanzler der Philipps-Universität, Bernd Höhmann, in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Freunde des Universitätsmuseums hervor. 75 000 Euro hat der Verein inzwischen an Spenden gesammelt, weitere 25 000 Euro sollen folgen. Dafür gibt es die Patenschaft für das Foyer des Museums. Für ihn und seine Vereinsfreunde ist der Startschuss der Innensanierung „ein Glücksfall für die Zukunft des Museums“.

Die Zukunft des Museums stellte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck in kurzen Zügen vor: zwei alte Rundgänge werden für die Sammlung wieder geöffnet, neue Räume erschlossen und hochwertig saniert. Das Museums soll sich mehr nach außen öffnen, die Museumspädagogik einen ganz anderen Stellenwert erhalten. Und die Sammlung der 2010 verstorbenen Marburger Unternehmerin Hilde Eitel mit Werken europäischer Avantgarde-Künstler aus der Zeit nach 1945 kann dann angemessen präsentiert werden.

Letztlich hoffen alle auf eine ähnliche Spendenbereitschaft wie Mitte der 1920er Jahre, als Marburger Bürger und Unternehmer die Mittel für den Bau des Ernst-von-Hülsen-Hauses als Geschenk an ihre Universität zusammentrugen.

So sind der Fantasie der neuen Spendenkampagne „Mehr Museum für Marburg – Engagieren für die Kunst“ keine Grenzen gesetzt: Benefizkonzerte, Spendenläufe, Versteigerungen und sogenannte Raumpatenschaften sind möglich. Bislang hat das Museum nach Auskunft von Museumsdirektor Otterbeck für 
neun der insgesamt 27 Räume Paten gewonnen, die mit ihrer Spende die Sanierung des jeweiligen Raumes finanzieren.

von Uwe Badouin

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