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Intime Bilder von Dreharbeiten

Edward-Lachman-Ausstellung Intime Bilder von Dreharbeiten

Seit mehr als 40 Jahren macht Edward Lachman Filme. Dabei sind nicht nur bewegte Bilder entstanden, sondern auch Fotografien. Die sind jetzt in Marburg zu sehen.

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Mehr als 100 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung mit den Fotos von Edward Lachman, die noch bis zum 15. März im Rathaus zu sehen ist.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Cate Blanchett, Heath Ledger, Julia Roberts – Ed Lachman hatte schon einige der ganz Großen vor seiner Linse. Der Kameramann hat Filme wie „Erin Brockovich“, „The Virgin Suicides“ oder „I’m not there“ in Szene gesetzt.

Für seine Arbeit erhält er am Samstag ab 20 Uhr in der Aula der Alten Universität den Marburger Kamerapreis. Als Ergänzung zu den Kameragesprächen ist im Rathaus seit Donnerstag eine Ausstellung mit Fotografien von Lachman zu sehen, die an seinen Filmsets entstanden sind. Es sind sowohl so genannte „stills“, also Standfotos von Filmszenen, wie auch Schauspieler-Porträts.

In einem Interview zu seiner Ausstellung in Paris erklärte Lachman, er habe Tausende von Polaroids geschossen über die Jahre, um die Belichtung zu testen. Am Set des Films „I’m not there“ über das Leben von Bob Dylan haben sie dann eine besondere Bedeutung bekommen. Cate Blanchett fragte, ob sie einige der Polaroids bekommen könne, und das habe ihn über die Aufnahmen nachdenken lassen. Die Porträts haben für ihn eine besondere Intimität, die er als sehr fesselnd empfindet.

Lachmans Anfänge als Maler

So ging es auch den Besuchern der Vernissage am Donnerstagabend. Mehr als 100 Gäste waren gekommen, um die erste Ausstellung von Lachmans Fotos in Deutschland zu sehen. Marburg besucht er momentan zum ersten Mal. Und ein zur Stadt passendes deutsches Wort hat er auch bereits gelernt: „Gemütlichkeit“. Er sei schon immer an der „Natur der Bilder“ interessiert gewesen, sagte Lachman zur Eröffnung seiner Ausstellung im Rathaussaal, an dem, was Bilder wirklich darstellen. Angefangen habe er einmal als Maler.

Professor Dr. Malte Hagener, Organisator des Marburger Filmpreises, ging in seiner Einführung außerdem auf den Wandel vom analogen zum digitalen Fotografieren und Filmen ein, das die Arbeit grundlegend verändert habe. Immer sei bei Lachman aber die Transformation ein entscheidendes Thema: die Transformation des Schauspielers in seine Rolle hinein, die Transformation des Lichts oder der Bildgestaltung.

Kontroverse Diskussionen über die Bilder

„In Between“ lautet der Titel der Ausstellung und das „Dazwischen“ ist auf vielen Ebenen sichtbar oder angedeutet. Fotografien von den Sets der Filme „Far from Heaven“ oder „Ken Park“ zeigen Bilder zwischen dem Anfang und dem Ende des Films, die Porträts transportieren Zwischenmenschliches.

Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach sprach in ihrem Grußwort die Diskussionen an, die die Ausstellung im Vorfeld ausgelöst hatte. Es hatte zu einigen Fotografien mit sexuellen Bezügen „auch Gegenstimmen aus dem feministischen Diskurs heraus gegeben“, sagte die Stadträtin. Der Film „Ken Park“, ein „Coming-of-Age“-Drama, in dem es um Missbrauch, Gewalt und Entfremdung geht und bei dem Lachman auch Regie führte, ist erst ab 18 Jahren freigegeben. Die Ausstellung ist mit einem entsprechenden Hinweis versehen und Weinbach betonte, sie halte die Diskussion „bei einem solch sensiblen und diffizilen Themenbereich“ für richtig und wichtig.

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 15. März zu sehen, der Eintritt ist kostenlos und die Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 17 Uhr.

von Nadja Schwarzwäller

Am Freitagnachmittag eröffnete der Preisträger (von links) mit Kinobetreiber Hubert Hetsch und Professor Malte Hagener die Kameragespräche im Steinweg. Foto: Nadine Weigel

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