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Internationales Ensemble probt in Amönau

Schlossfestspiele Marburg Internationales Ensemble probt in Amönau

Der Elan von Regisseurin Kerstin Weiß ist bewundernswert. Sie will in Marburg mit den Schlossfestspielen Musiktheater etablieren - und das mit einem Mini-Etat. In diesem Jahr gibt es eine große Oper: „La vida breve“ von Manuel de Falla.

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Das Ensembkle der Marburger Schlossfestspiele probt derzeit im Dorfgemeinschaftshaus Amönau die Oper „La vida breve – Ein kurzes Leben“ von manuiel de Falla. Premiere ist am 17. Juli im Marburger Fürstensaal.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Neun professionelle Opernsängerinnen und -sänger aus aller Welt hat es für einige Wochen ins kleine Amönau verschlagen. Dort besitzt Gisela Weiß, die Mutter der Regisseurin den Jägerhof, den sie in eine Galerie umgebaut hat. „Jeder mögliche Raum wurde zu Gästezimmern für die Sänger“, sagt Kerstin Weiß. Zudem hat Amönaus Ortsvorsteherin Sigrid Diehl der bunten Multikulti-Truppe das Bürgerhaus kostenlos für Proben zur Verfügung gestellt. In einem Raum, in dem sonst der Gesangverein probt, hört man jetzt etwa die „Danza Espanola“, das wohl berühmteste Stück aus Manuel de Fallas „La vida breve - Das kurze Leben“, die als spanischste aller Opern gilt. Und man hört ein Sprachengewirr in Deutsch, Englisch, Spanisch, und Französisch.

Das Ensemble und das Produktionsteam ist wahrlich international. Laura Garcia Otalla kommt von den Kanarischen Inseln, Drifa Hansen von den Faröer Inseln, Stephany Peña ist eine US-Amerikanerin kolumbianischer Abstammung, der spanisch-italienische Sänger Carlos Petruzziello ist in der Schweiz aufgewachsen, der Kolumbianer Juan Carlos Mera Euler lebt heute in Gießen, Ana Palomares kommt aus Spanien, die Regieassistentin Clémence Gourdon aus Frankreich. Den Sänger Gregor DuBuclet reist für „La vida breve“ sogar aus Hollywood an. Hinzu kommen Michael Brauer, Abhinav Sawhney und Regisseurin Weiß aus Marburg. Ach ja, Jean Kleeb, der musikalische Leiter der Produktion, ist Brasilianer, lebt aber schon viele Jahre in Marburg.

Warum kommen ausgebildete Opernsänger aus aller Welt in die tiefste Opernprovinz? Die Gagen, die sich nahe an einer Aufwandsentschädigung bewegen, können es nicht sein. Es ist die wunderschöne, aber sehr selten gespielte Oper. „Es ist aufregend für mich, diese Musik zu singen“, sagt die Spanierin Laura Garcia Otalla. Auch Drifa Hansen ist begeistert von de Fallas Werk. Sie will auch Regisseurin Kerstin Weiß helfen: „Die Schlossfestspiele sind ja noch in der Aufbauphase.“

Gregor DuBuclet hat es aus den Hollywood Hills in den Landkreis verschlagen - wie alle anderen wegen de Fallas Oper. Von Marburg hat er bei bis zu acht Stunden Proben täglich noch nicht viel gesehen, dafür von Amönau: „Es ist super hier“, sagt er in fließendem Deutsch. „Es ist ein wunderschönes Dorf.“ Wenn Zeit bleibt will er mit seinen Kollegen auch mal bei der Turmwerkstatt vorbeischauen. Die probt derzeit für das Musical „Mad Night“. Dann wird Drifa Hansen auch den „Rapunzel-Turm“ mit eigenen Augen sehen. Das Amönauer Wahrzeichen kennt sie durch Ubbelohdes Märchen-Illustration - und seit den Proben von einem Foto: „Ach, der Turm ist ja gar nicht so groß.“

„La Vida Breve -Das kurze Leben“ ist die erste Erwachsenenoper bei den noch jungen Marburger Schlossfestspielen, die Spanien zum Thema haben. In seinem 1913 uraufgeführten lyrischen Drama verarbeitete Manuel de Falla viele Elemente aus der spanischen Folklore - natürlich auch den berühmten Flamenco, den die Darsteller unter Anleitung der Choreografin Marina Korobkina vom Tanzstudio „Step in“ einstudieren.

Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger bei den vier Aufführungen im Fürstensaal von einem Quartett: von der kroatischen Akkordeonistin Mirjana Petercol sowie den Marburgern (Akkordeon), Johannes Treml, Stefan Nitschke (Gitarren) und Sven Demandt (Schlagwerk).

Am Mittwoch, 10. Juli, gibt es ab 18 Uhr als Dankeschön für die Amönauer eine öffentliche Probe im Bürgerhaus.

von Uwe Badouin

Schlossgespenst trifft Don Quijote

„Das Schlossgespenst & der Ritter von der traurigen Gestalt“ ist eine Kinderoper, die am 17. Juli um 15 Uhr uraufgeführt wird. Inszeniert wird sie von Enke Eisenberg. Gespielt wird im Brunnengewölbe und im Schlossmuseum außerdem am 18., 19., 20. und 21. Juli zwei- oder dreimal am Tag. Die Oper richtet sich an Kinder ab fünf Jahren. Don Quijote und sein Diener Sancho Pansa besuchen das Schlossgespenst Elsbeth. Komponiert wurde die Oper für die Schlossfestspiele von dem jungen spanischen Komponisten Agustin Castilla-Ávila. Die Zuschauerzahl ist auf 30 Personen begrenzt.

OP-Gewinnspiel

Die OP hat eine Benefizvorstellung am Donnerstag, 18. Juli, um 15 Uhr gebucht: 22 Karten gehen an die Marburger Kulturloge, 4 mal 2 Karten werden verlost. Wer gewinnen will, muss uns den Namen des Schlossgespensts nennen. Die Zuschriften gehen bis zum 10. Juli an die Oberhessische Presse, Kulturredaktion, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg. Die Gewinner werden benachrichtigt

„La vida breve“ 

Die Oper „La vida breve“ hat am Mittwoch, 17. Juli, im Fürstensaal Premiere. Weitere Aufführungen sind am 19., 20. und 21. Juli jeweils um 20 Uhr. Cantar alla viola: Am 18. Juli ist um 20 Uhr im Fürstensaal spanische Renaissancemusik zu hören.

Vorverkauf

Im Internet: www.addticket.de sowie bei MTM am Pilgrimstein 26, Telefon 06421/ 991215.

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