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Intensität trifft auf Leichtigkeit

KFZ: Karl Seglem Intensität trifft auf Leichtigkeit

Der Tenorsaxofonist und Komponist Karl Seglem ist sicher einer der aufregendsten und viel­seitigsten Jazzmusiker aus Norwegen.

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Der norwegische Saxofonist Karl Seglem spielte mit seinem Acoustic Quartett im KFZ.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Gekonnt verarbeitet er traditionelle Melodien Skandinaviens zu zeitgenössischen Kompositionen, denen im Rahmen der Reihe 55° Nord im Kulturladen KFZ zahlreiche Besucher begeistert zuhörten.

Die Musik von Karl Seglem und seinem Acoustic-Quartett besticht durch Intensität und eine fast schwebende Leichtigkeit. Den Stil einfach nur als Weltmusik oder Folkjazz einzuordnen, wird der Sache nicht gerecht. Vielmehr geht Seglem in seinen Kompositionen einen Schritt weiter. Stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, greift er klassische Folkelemente auf und arrangiert sie mit modernen Jazz­improvisationen.

Begleitet wird er von hochkarätigen Musikern, dem Pianisten Andreas Ulvo, Sigurd Hole am Kontrabass und dem Percussionisten Jonas H. Sjøvaag. Gemeinsam schaffen sie magische Klanggebilde, welche die kargen, weiten Landschaften Skandinaviens im Geiste erscheinen lassen. Seglem entlockt seinem Tenorsaxofon meditativ melancholische Töne, durch Sjøvaag sanft untermalt durch leise Klänge von Becken und Schellen. Langsam klinkt sich der Bass ein, indem Hole den Bogen sanft auf einzelne Saiten schlägt. Immer leichter und ausschweifender werden die Melodien, gipfeln meist in einem großen Finale.

Das Quartett begeistert die Zuschauer sowohl mit Stücken ihres aktuellen Albums Nordic Balm, als auch mit älteren Kompositionen. Hier kann Seglem auf ein großes Portfolio zurückgreifen, immerhin hat er in seiner Karriere dreiundzwanzig ­Alben veröffentlicht.

Mit musikalischer Leidenschaft beziehen die Künstler immer neue Stilelemente ein. Hier dürfen natürlich auch die verschiedenen Tierhörner nicht fehlen, für deren Spiel Seglem bekannt ist. Während Ulvo mit beiden Händen tief in seinem Flügel einzelne Saiten zupft, tauscht Seglem das Saxofon gegen ein geschwungenes Ziegenhorn, dem er mystisch anmutende Töne entlockt. Gebannt lauschen die Zuschauer dem Schauspiel, bis auch der letzte leise Luftzug in den Windungen verklungen ist.

Mit tosendem Applaus werden die Musiker für eine Zugabe auf die Bühne zurückgeholt - ein absoluter Hörgenuss.

von Jan Bosch

   
   
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