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Innigkeit und Freude mit Tradition

Weihnachtsoratorium in Elisabethkirche Innigkeit und Freude mit Tradition

Während auf dem Weihnachtsmarkt um die Elisabethkirche die Hektik herrschte, sorgte im Inneren die Kantorei der Elisabethkirche mit dem Weihnachtsoratorium traditionell für eine ruhigere Einstimmung auf das Fest.

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Kantorei und Kinderchor stimmten in der Elisabethkirche auf Weihnachten ein.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Freude auf Bachs Weihnachtsoratorium, das dieses Jahr zum zwölften Mal in Folge in der Elisabethkirche erklang, war den Sängern und Sängerinnen der Kantorei der Elisabethkirche förmlich anzusehen und anzuhören. Kraftvoll vom ersten Ton an erklang der fantastische Eingangschor des Weihnachtsoratoriums „Jauchzet, frohlocket!“, bei dem der Chor mit viel Engagement Kraft und Dynamik verlieh und so für die freudige Stimmung der Verkündigung der Geburt Jesu sorgte.

Unterstrichen wurde die festliche Stimmung wieder durch das Barockensemble Solamente Naturali rund um Kapellmeister Milos Valent sowie das Barocktrompetenensemble Ute Hartwich. Besonders schön war etwa bei der zweiten Kantate die Tenor-Arie, bei der Michael Connaire mit langen Coloraturen brillierte und die Flötistin Martina Bernaskova auf dem Dirigentenpodest ihm mit ihrer Traversflöte klanglich einen bezaubernden Gegenpart bot.

Kinderchor verstärkt die120 Sänger der Kantorei

Auch für die Solisten ist das 1734 uraufgeführte Weihnachtsoratorium etwas ganz Besonderes, wie Mezzosopranistin Berna­dette Beckermann im OP-Gespräch erzählte. Seit Wochen habe sie der Aufführung entgegengefiebert, gab sie zu. „Die Atmosphäre hier ist einfach total festlich und herzlich“, beschrieb Beckermann, die die Kantorei für ihr hohes Niveau lobte. Die unglaubliche Innigkeit und Vielseitigkeit der Phrasen, die Beckermann an Bachs Musik besonders schätzt, setzte die Solistin äußerst gefühlvoll in den wunderschönen Alt-Arien um. Bezaubernd ruhig interpretierte sie das Schlaflied „Schlafe mein Liebster“ der zweiten Kantate, aus dessen wohliger Stimmung das folgende energische Secco-Rezitativ von Tenor Michael Connaire als Evangelist regelrecht aufweckte.

Der anschließende Turba-Chor „Ehre sei Gott“ verstärkte diesen Kontrast. Munter und energievoll mischten sich bei diesem Gesang der Engel die eigenständigen Stimmen der Kantorei der Elisabethkirche. Auch beim Appell der Hirten in der dritten Kantate „Lasset uns nun gehen“ verkörperte der frische und lebendige Gesang wunderbar die Stimmung.

Wie jedes Jahr wurden die etwa 120 Sänger und Sängerinnen der Kantorei durch gut 30 Kinder des Marburger Kinderchores verstärkt, die auch alleine erklangen, wie beim Accompagnato-Rezitativ „Er ist auf Erden kommen“ der ersten Kantate. Hier übernahmen die Kinder den Sopran-Teil des Duetts mit dem Bass Gregor Finke, der bereits 2014 den Part in Marburg gesungen und äußerst kurzfristig am Freitagabend den Part des erkrankten Jens Hamann übernommen hatte. Sehr reizvoll war auch sein Duett mit der Sopranistin Froya Gildberg, bei dem ihre helle klare Stimmung hervorragend zur Geltung kam.

Das Publikum genoss sichtlich die festliche Stimmung und wartete mit dem langen Applaus, bis Bezirkskantor Nils Kuppe das Dirigentenpodest schon verlassen hatte. Als Zugabe gab es beim Konzert am Samstag den Choral aus der sechsten Kantate „Ich steh an deiner Krippen hier“. Gestern wurden die Kantaten 1 bis 3 erneut aufgeführt sowie, wie vor zwei Jahren, die eher selten aufgeführten Kantaten 4 bis 6 mit Anne Kuppe als Echo-Sopran.

von Mareike Bader

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