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Individuell und doch gemeinsam

Galerie Michael W. Schmalfuß Individuell und doch gemeinsam

Holzskulpturen und ­Malerei des Wiesbadener Künstlerduos Christiane Erdmann und Wulf Winckelmann sind aktuell 
in der Galerie Michael W. Schmalfuß zu sehen.

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Die Bildhauerin Christiane Erdmann und der Maler Wulf Winckelmann stellen gemeinsam in der Galerie Schmalfuß aus.

Quelle: Friederike Hagel

Marburg. Christiane  Erdmanns Werdegang zeugt von Veränderung. Berlin und Istanbul sind nur einige Stationen der aktuell in Wiesbaden lebenden Künstlerin. Ausgestellt hat sie bereits in Hongkong, Rom und den verschiedensten Städten Deutschlands; seit zehn Jahren auch wiederholt in der Galerie Michael W. Schmalfuß.

Seit nun gut 20 Jahren widmet sie sich dem Medium der Holzskulptur. Dass ihre meist figurativen Arbeiten aus einem Guss – also einem kompletten Baumstamm – gefertigt sind, ist typisches Charakteristikum ihrer Arbeitsweise. Sowohl bei ihren Tierplastiken als auch bei den Menschenbildern sind deshalb oft Spuren ihres Handwerkszeugs Kreissäge zu finden.

Im Gegensatz dazu steht die Weichheit des geschliffenen Holzes, welche sich meist in den Gesichtern der Skulpturen zeigt. Ähnlich wie die Künstler selbst, treten Erdmanns „Geishas“ nicht nur in einen Dialog unter sich, sondern scheinen auch mit Winckelmanns Arbeiten kommunizieren zu wollen.

Gelebte Wahrnehmung der Natur

So ist zwar jede der einzelnen in der Doppelausstellung gezeigten Arbeiten der beiden Künstler aus einem eigenen Ideenfundus entstanden, örtlich verbunden sind sie jedoch durch den in Wiesbaden ansässigen Künstlerverein Walkmühle, der beiden als Schaffens­ort dient. Zahlreiche Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland zeugen ebenfalls von ihrer konzeptionellen Zusammenarbeit.

Als „Stimmungsbilder“ beschreibt Galerist Michael W. Schmalfuß das malerische Werk von Wulf Winckelmann. Dieser entwickelt seine Ideen aus der Erinnerung heraus. Die gelebte Wahrnehmung der Natur und das damit verbundene selektive Sehen, also das Weglassen von störenden Details, sei erster Schritt für die teils ins Abstrakte führenden Arbeiten, die sich als archetypische Landschaften interpretieren lassen, wie der Künstler im Gespräch erklärt.

Träume, Ideen und Wünsche dienen Winckelmann als Bildidee, die er in Mischtechniken von Acryl, Spachtelmasse, Tusche und Öl umsetzt. Auch wenn der Mensch selbst als ­Sujet nicht in den Landschaftsbildern auftritt, ist er doch als Teil der Komposition zu verstehen. Denn die Kontemplation der gemalten Natur und das Gefühl von Ruhe soll den Betrachter in die Landschaftsdarstellungen regelrecht eintauchen lassen, so der Künstler.

  • Die Holzskulpturen und Malereien sind bis zum 28. Mai 2016 in der Galerie Michael W. Schmalfuß am Steinweg jeweils donnerstags und freitags von 10.30 bis 13 Uhr sowie 15 bis 18.30 Uhr zu sehen. Samstags ist die Galerie von 10.30 bis 16 Uhr geöffnet.

von Friederike Hagel

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