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Barockkomponist wird gefeiert

Heinrich-Schütz-Fest Barockkomponist wird gefeiert

Der frühbarocke Komponist Heinrich Schütz steht im Mittelpunkt eines viertägigen Festes mit Vorträgen, Symposien und zahlreichen Konzerten an sieben Veranstaltungsorten in Marburg.

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Das Johann Rosenmüller Ensemble unter der Leitung von Arno Paduch (rechts) musiziert beim Eröffnungskonzert.

Quelle: Mathias Marx

Marburg. Heinrich Schütz, 1585 als Sohn eines Gastwirts in Köstriz geboren und 1672 in Dresden gestorben war ein ­bedeutender deutscher Komponist des Frühbarock, der zwei Jahre lang – 1608 und 1609 – in Marburg Jura studierte. Dank eines Stipendiums seines ­Gönners, Landgraf ­Moritz, absolvierte Schütz von 1609 bis 1612 ein dreijähriges Studium bei dem venezianischen Organisten Giovanni Gabrieli.

Anlässlich des ­Jubiläums 500 Jahre­ Reformation veranstaltet die ­Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft in Kooperation mit dem 
 Musikwissenschaftlichen Institut der Philipps-Universität und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Marburg ein mehrtägiges Schütz-Fest zum Thema „Heinrich Schütz und die Psalm-Komposition im Reformationszeitalter“. Es ist das dritte Schütz-Fest in Marburg nach 1972 und 1993.

Knapp 500 Mitglieder weltweit hat die Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft, die ihren Sitz in Kassel hat. Darunter sind, wie Professor Lothar Schmidt vom Musikwissenschaftlichen Institut der Philipps-Universität, erklärt „Musikliebhaber ebenso wie Berufsmusiker, aber auch ­Musikforscher, Theologen, ­Publizisten sowie musikwissenschaftliche und kirchenmusikalische Institute, Bibliotheken, Behörden und Firmen“. Sie alle, so Schmidt, „bemühen sich um das Werk von Heinrich Schütz“. Etwa 90 Mitglieder der Gesellschaft unter anderem aus den USA, Japan, Frankreich, den Niederlanden, Schweden und natürlich aus Deutschland werden zum Schütz-Fest in Marburg erwartet.

Eröffnet wird das 48. Internationale Heinrich-Schütz-Fest am Donnerstag um 15 Uhr in der Alten Aula von Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei in Wiesbaden, und Professorin Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität. Professor Jürgen Heidrich (Münster) hält den Eröffnungsvortrag zum Thema des Festes.

Der Uni-Chor Marburg unter der Leitung von Bezirkskantor Nils Kuppe gestaltet den musikalischen Part mit studentisch-weltlichen Chorsätzen und einer groß angelegten doppelchörigen Motette­ von Johann Heugel (um 1510 – 1584/85), dem „gesangkmaister“ Landgraf Philipps. Der Eintritt ist frei.

Ein wissenschaftliches Symposion unter der Leitung von Professor Lothar Schmidt beschäftigt sich mit den „Psalmen Davids“, die Schütz 1619 veröffentlichte. Es handelt sich um eine Sammlung von geistlichen, überwiegend mehrchörigen Kompositionen.

( Das Bild zeigt den Komponisten Heinrich Schütz in einem Stich von August John aus dem Jahr 1627.)

Exkursionen, ein offenes Chorprojekt von Nils Kuppe, Orgelbesichtigungen und Vorführungen, Andachten und ein Festgottesdienst zum Abschluss am Sonntag um 10 Uhr in der Elisabethkirche runden das Programm ab. Bei dem Festgottesdienst singen die Kantorei der Elisabethkirche sowie Teilnehmer des Chorprojekts Werke von Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Hugo Distler und Johann Pachelbel.

Zudem werden drei große Konzerte geboten:

  • Am Donnerstag um 20 Uhr tritt das renommierte Johann Rosenmüller Ensemble unter der Leitung von Arno Paduch aus Leipzig in der Universitätskirche auf. Beim Eröffnungskonzert unter dem Titel „Venedig in Hessen“ ist „mehrchörige Musik im venezianischen Stil aus hessischen Inventaren des 17. Jahrhunderts“ zu hören. Es erklingen Werke von Claudio Monteverdi (1567–1643), Heinrich Schütz (1585–1672), Landgraf Moritz dem Gelehrten (1572–1632), Johann Andreas Herbst (1588–1666), Johann Rosenmüller (1616–1684) und anderen.
  • Am Freitag um 20 Uhr spielt Kirchenmusikdirektor Friedhelm Flamme in der Elisabethkirche virtuose Psalmkompositionen für Orgel von Johann Adam Reincken (1643–1722), Julius Reubke (1834–1858) und Max Reger (1873–1916).
  • Am Samstag um 20 Uhr findet in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien unter dem Titel „In alle Welt. Psalmjonglagen – Musik zur Reformation“ ein besonderes Event statt. Konzipiert von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum führen die Kurhessische Kantorei Marburg,­ 
das Marburger Oktett sowie ­Solisten Psalmvertonungen des 16., 17. und 20. Jahrhunderts von Johann Heugel, Heinrich Schütz, Leonard Bernstein, Arvo Pärt und anderen auf. Der Poetry Slammer Bo Wimmer ist bei „Spielereien um alte biblische Gesänge“ mit Texten und Tanz ebenso vertreten wie die Gruppe „Woodvalley Movement“.
  • Karten für die Konzerte gibt es unter anderem in der OP-Geschäftsstelle im Schlossberg-Center, im Internet unter www.reservix.de oder über die Tickethotline 0561/316450-0

von Uwe Badouin

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