Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
In Amönau tanzen die Geister

Musical In Amönau tanzen die Geister

In Amönau sind die Geister los: Mit „Mad Night“ hat die Turmwerkstatt ihr sechstes Stück auf die Bühne am Rapunzelturm gebracht. Die Premiere am Donnerstagabend war ein voller Erfolg.

Voriger Artikel
Verborgene Orte der Kunst aufgespürt
Nächster Artikel
Verwirrung einer traumhaften Nacht

Amönau. Die Regenjacke konnte man getrost in der Tasche lassen am Donnerstagabend. Noch am Nachmittag hatte es genieselt, jetzt aber spannte sich ein makelloser Himmel über Amönau. Es war ein Sommerabend, wie man ihn sich nur wünschen konnte: wolkenloser Himmel, laue Luft, Grillengezirpe, Vogelgezwitscher. Schon lange vor Beginn des Musicals saßen die Menschen erwartungsvoll auf ihren Plätzen. Gemurmel, Gelächter, entspannte Stimmung.

Es konnte endlich losgehen

Und die Erwartungen der Zuschauer wurden nicht enttäuscht: Die Turmwerkstatt hat wieder ein tolles Stück auf die Bühne gebracht. „Mad Night“ ist ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus, ein großer Spaß. Da stimmt einfach alles: Engagierte Schauspieler aller Altersklassen, gute Sänger und Tänzer, eine kurzweilige Geschichte und vor allem prächtige und fantasievolle Kostüme. Hinzu kommt erstmals eine fetzige Live-Band, sowie Gesangssolisten, eine Flötistin und eine Bratschistin. Unter der Regie von Brunhilde Heß ist eine aufwändige Inszenierung entstanden, die bis ins kleinste Detail durchdacht und mit vielen schönen Effekten ausgestattet wurde. Da gab es viel Licht und geheimnisvollen Nebel, komische Uhus, eine alte Turmuhr und eine gruselige Tanztruppe, die kopflos im Schwarzlicht tanzte. Und vor allem wurde eine unterhaltsame Story erzählt, bei der auch der Humor nicht zu kurz kam.

Es ging um die Geschichte von Oskar, der nicht gerade ein cooler Typ ist, denn er betreibt Ahnenforschung und steckt seine Nase immer nur in alte Bücher. Um der Angebeteten Lara zu imponieren, versucht er mithilfe eines alten Zauberspruchs, die Toten zum Leben zu erwecken. Und siehe da: Das Tor zur Vergangenheit öffnet sich, und heraus treten allerlei seltsame Geister und Gespenster.

Ein ganzer Hofstaat steigt aus der Gruft empor, lauter modrige Gestalten in Barockklamotten, die über die Bühne schlurfen und mit den Knochen klappern. Da taucht die Gräfin von Greifenklau auf, zusammen mit ihrem Ehemann und ihren Liebhabern, dazu die Zofen, der Leibarzt, der Narr, die Kräuterfrau und die ganze bucklige Verwandtschaft. Alle haben eine Geschichte zu erzählen, mal lustig, mal traurig, mal skurril. Es geht um Liebe, Eifersucht, Betrug, um Mord und Totschlag. Aber statt die Chance zu nutzen und die Nacht in der Welt der Lebendigen zu genießen, rühren die Gespenster nur in alten Geschichten herum, sie zanken sich, mäkeln und meckern. Und schwupps ist die Chance vertan, die verrückte Nacht ist vorbei und alle müssen zurück in ihr kaltes Grab.

Fast ganz Amönau hat an dem Musical mitgearbeitet

Konnte nun der junge Oskar mit dieser sehr speziellen Vorführung die Gunst der schönen Lara gewinnen? Das soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Das Premieren-Publikum war jedenfalls restlos begeistert und feierte das Ensemble mit minutenlangem Beifall. Während des Schlussapplauses wurden alle Beteiligten auf die Bühne gebeten, von der Regisseurin über die Choreografin bis hin zu den Schneiderinnen der Kostüme. Die Bühne war schließlich übervoll, und man sah, dass fast ganz Amönau an dem Musical mitgearbeitet hatte.

  • Weitere Aufführungen von „Mad Night“ gibt es heute und am 28. Juli sowie am 1., 2., 3. und 4. August, jeweils ab 21 Uhr am (Rapunzelturm in Amönau.

Von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr