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„Immer schön locker bleiben“

Hip-Hop-Workshop „Immer schön locker bleiben“

Vera Belialova scheint sich wohl zu fühlen in ihrem Körper. Und sie scheint keine Knochen im Leib zu haben, so beweglich ist sie. Die 25-jährige Choreografin aus Moskau war jetzt zu Gast in der Tanzschule Seidel.

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Fühle die Musik: Die russische Tänzerin Vera Belialova (links) hat in Marburg einen Hip-Hop-Workshop angeboten.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Harte, hämmernde Beats, dazu geschmeidige, fließende Bewegungen – die Tanz-Vorführung von Vera Belialova ist beeindruckend und die acht jungen Marburger Frauen verfolgen sie atemlos. „Das Wichtigste ist, dass ihr ganz entspannt seid!“ ruft die Tänzerin ihren Schülerinnen zu. „Relax. Alles ist ganz einfach!“

Was so einfach aussieht, ist das Ergebnis intensiven Trainings, wie die Tanzlehrerin verrät: „Ich tanze seit mehr als acht Jahren und habe jeden Tag hart gearbeitet.“ Ihre Marburger Schülerinnen beginnen erst einmal mit einfachen Übungen vor einem großen Spiegel: den Körper schwingen lassen, wippen, klatschen, vor, zurück, immer schön locker bleiben in Knien und Hüften. Und immer im Takt der eingängigen Musik, die aus dem Lautsprecher schallt. Nach einer Weile klappt das schon ganz gut, auf den Gesichtern zeigt sich ein zufriedenes Lächeln.

Dann bekommen die Nachwuchstänzerinnen eine kleine Einführung in die gängigen Tanzformen. Hip-Hop hat seine Wurzeln in der Funk- und Soul-Musik. Weniger bekannt sind dagegen Popping und Locking, die beiden Vorläufer des Hip-Hop. Das Locking ist der älteste Stil, der von den Schwarzen in Amerika geprägt wurde. Popping, eine Tanzart mit roboterartigen Bewegungen, wurde vor allem durch Michael Jackson berühmt.

Vera Belialova ist über eine Freundin nach Marburg gekommen, die Schülerin in der Tanzschule Seidel war. Die beiden kennen sich aus Russland.

In ihrer Heimat besitzt Vera Belialova zwei Tanzstudios, eines in Moskau, eines in Simferopol. Der Arbeit in den Studios gehört ihre ganze Leidenschaft. In Marburg blieb sie nur wenige Tage. Am Sonntag reiste sie weiter nach Paris – zum Tanzfestival „Juste Debout“.

In Russland ist der Hip-Hop eine breite Bewegung, eine angesagte Jugendkultur, erklärt die Tänzerin, die die Free-Style-Richtung vertritt. „Ich lehre die Menschen tanzen. Man muss auf die Musik hören, auf seinen Körper, und sich ganz frei fühlen“, sagt sie.

Für die Jugendlichen hat die Tänzerin vor allem eine Botschaft: „Man muss an sich selbst glauben und von sich selbst ein Ergebnis erwarten. Das Beste im Leben kann man nur durch Arbeiten erreichen.“

von Bettina Preussner

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