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Im „StimmZoo“ wird ein Käfig frei

Abschiedskonzert für Mitbegründer Im „StimmZoo“ wird ein Käfig frei

Mit einem mitreißenden Konzert verabschiedete sich die A-cappella-Gruppe „StimmZoo“ von ihrem Bandmitglied Tim Trepte. Im ausverkauften alten KFZ zeigten die Stimmakrobaten noch einmal ihr ganzes Können.

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Noch einmal zeigte „StimmZoo“ mit ihrem Mitbegründer Tim Trepte (Mitte), dass es keine Instrumente braucht, um tolle Musik zu machen.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. „Seit 2003 machen wir Musik. Wir sind die älteste Boygroup Marburgs“, rief einer der Sänger ins Publikum und lachte. Aber die vier Stimmkünstler redeten am Mittwochabend nicht lange herum, sondern legten gleich los. Nur einer von ihnen hatte ein kleines Rhythmus-Ei in der Hand. Denn: Wozu braucht man Instrumente, wenn man vier tolle Stimmen hat und jede Menge verrückte Ideen?

Los ging es mit dem schrägen Song „Schrödingers Katze“, der irgendwas mit Quantenphysik zu tun hatte. Egal. Zwei Sänger mimten mit ihren Stimmen die hellen Gitarren, einer „zupfte“ den Bass, und einer sang den Text dazu, das reichte schon. Im gekonnten Zusammenspiel zauberten die vier die perfekte Illusion einer Band und man vermisste rein gar nichts.

Auch mit ihrem ganz speziellen Blödel-Charme begeisterten die Sänger von „StimmZoo“ ein weiteres Mal. Herrlich war die Udo Lindenberg-Persiflage, in der Manuel Klenk die schnoddrige Art des Altrockers nachmachte. Zur Liedzeile „Sie spielt Cello“ sang er: „Ihr seid im Stimmzoo“ – und das Publikum jubelte und klatschte beglückt.

Perkussion per Plastiktüte

Tim Trepte wandelte den Text dann um in „Ich war im Stimmzoo“ und wischte sich eine Träne aus dem Auge. Superwitzig gelang auch das verballhornte Beatles-Lied „Octupus‘s Garden“, das mit gepresster Stimme im Frosch-Kermit-Stil gesungen wurde. Dazu quakten und blubberten die anderen, was das Zeug hielt.

Als Stück „mit Instrumenten“ wurde schließlich der „Summertime Blues“ angekündigt. Dazu zogen die Bandmitglieder Plastiktüten aus der Hosentasche, auf denen sie dann mit den Händen herum klatschten. Das klang wie Percussion – ein einfacher und witziger Effekt. Dazu gab es jede Menge Jammern und Seufzer, wie das im Blues so üblich ist.

Nach gut zwei Stunden Konzert war das Publikum restlos begeistert und forderte energisch noch zwei Zugaben. Ganz am Schluss erklang der Song „Das Ende“, bei dem die Zuschauer kräftig mitsangen. Er war Tim Trepte gewidmet, dem Sänger und Mitbegründer, der die Band verlässt und mit seiner Lebensgefährtin nach Norwegen zieht. „Die Zeit mit dir war toll“, riefen die anderen drei Sänger wehmütig.

Im richtigen Leben haben die vier Sänger ganz andere Berufe: Sie sind Lehrer, arbeiten in einer Consulting Firma oder kümmern sich um Behinderte. Tim Trepte war bisher Lehrer an der Marburger Waldorfschule. „StimmZoo“ sucht noch immer einen versierten neuen Mitstreiter.

von Bettina Preussner

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