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Ich liebe dich, reizendes Publikum!

Poetry Slam Ich liebe dich, reizendes Publikum!

Wettkampf der besonderen Art: Am Samstag traten fünf tote gegen vier lebende Dichter an beim „Poetry Slam Dead or Alive“. Ein Toter gewann mit lebendigem Vortrag.

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Mit einer »La Ola« feierten sich die Akteure des »Poetry Slam« auf der Bühne. (Foto: Kathrin Bäuerle)

von Katrin Bäuerle

Marburg. Ein Pulk von Menschen drängte sich vor dem Theater am Schwanhof. Lars Ruppel, Initiator der Veranstaltung, hatte Recht behalten mit seiner Einschätzung, dass Poetry Slam momentan eine beliebte und beachtete Kunstform ist. Die Vortragsform bietet ganz neue Möglichkeiten, Texte wahrzunehmen, wie das Publikum des voll besetzten Theaters am Schwanhof erfahren durfte. Die vier Poetry Slammer, die ihre eigenen Texte präsentierten, arbeiteten viel mit Klangeffekten und Rhythmisierung beim Vortragen.

Fünf Schauspieler verschiedener hessischer Theater dagegen ließen gestorbene Dichter durch sich sprechen. Im Mittelpunkt steht aber beim Poetry Slam neben den Künstlern das Publikum selbst: Fünf Freiwillige durften die Auftritte mit Punkttafeln von eins bis zehn bewerten. Die Schauspieler interpretierten Texte der amerikanischen Dada-Ikone Elsa von Freytag-Loringhoven, Songs von Farrokh Bulsara alias Freddie Mercury, Liebesbriefe von Paul Celan und Ingeborg Bachmann und zu guter Letzt Georg Büchners „Hessischen Landboten“.

Im Finale gegen Pauline Füg feierte Peter Meyer vom Hessischen Landestheater in Marburg einen Heimsieg. Mit einem Gedicht des jüdischen Dichters Fritz Grünbaum gewann er die Gunst des Publikums, denn diesmal wurde der Sieger durch Applaus ermittelt. Eigentlich kein Wunder, denn Meyers Text schloss mit den Worten „Ich liebe dich, reizendes Publikum!“

Mehr dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe der OP.

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