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„Ich habe heute für euch getanzt“

Interkulturelles Projekt in der Waggonhalle „Ich habe heute für euch getanzt“

„Es war eine anstrengende Woche, wir haben viel gearbeitet, aber es hat auch viel Spaß gemacht.“ Mit diesen Worten fasste Florian seine Beteiligung am interkulturellen Tanzprojekt „Tanz um einen Baum“ zusammen,  in der Waggonhalle aufgeführt wurde.

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Nach einer Woche Vorbereitung präsentierten die Jungs und Mädchen eine eindringliche Vorstellung.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Florian gehört zu sechs Jugendlichen aus Sprachintensivklassen, die bei der insgesamt fünfzehnköpfigen Gruppe mitgewirkt haben. Erst acht Monate ist es her, dass er mit seinen Eltern aus dem Kosovo nach Deutschland kam.

„Die Idee ein integratives Tanzprojekt zu machen, kam in unserem neuen Aufbaustudiengang ,Kulturelle Bildung an Schulen‘ zustande. Es ging uns ganz bewusst darum, Kindern und Jugendlichen die Teilnahme ohne Sprachbarrieren zu ermöglichen“, erklärte Projektleiterin Jeanette Biba.

Aus diesen Gründen wurde während der Darbietung auch nicht gesprochen, allein durch die aufgeladene Musik aus „Herr der Ringe“ in Kombination mit ausdrucksstarken Bewegungen, wurde die Geschichte magischer Waldbewohner erzählt, die ihren Baum mit der Kraft des Tanzes retten.

„Wir sind enorm Stolz auf ihre Leistung“

Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen allesamt von der Sophie-von-Brabant-Schule, die sich mit den Sprachintensivklassen an der großen Aufgabe der Flüchtlingsintegration beteiligt. „Wir hatten in den Klassen Videos gezeigt, um den Kindern einen Eindruck zu vermitteln, so kamen unsere kleinen Tänzer zusammen. Wir sind enorm Stolz auf ihre Leistung“, meinte Biba.

Ermöglicht wurde das Projekt durch den Bundesverband „Tanz in Schulen“ und natürlich durch viel ehrenamtliche Arbeit der meist schon als Lehrer tätigen Studierenden. Diese Mühe hat sich ausgezahlt, die Kinder waren sichtlich mit ganzem Herzen dabei, und auch schüchternere Naturen waren nach der kurzen Probezeit deutlich selbstbewusster geworden.

So verabschiedete sich etwa Fares mit den Worten vom Publikum: „Ich habe heute für euch getanzt.“ Dabei war der 14-Jährige erst vor zwei Monaten mit seinen Eltern vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland geflüchtet.

von Marcus Hergenhan

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