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Hommage an eine Musiklegende

Clemens Tiburtius und die Sachs-Band Hommage an eine Musiklegende

Jürgen Sachs und seine Band erinnerten am Wochenende in der Waggonhalle noch einmal an „Frankieboy“ – mit einem tollen Sänger: Clemens Tiburtius.

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Nach vielen Jahren mal wieder in Marburg: Clemens Tiburtius präsentierte gemeinsam mit der Sachs-Band ein Frank-Sinatra-Programm.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Die Hollywood-Schönheit Marilyn Monroe erlag seinem Charme, der legendäre Jazz-Sänger Miles Davis sah ihn als Gesangs-Vorbild an und auch ein „Oscar“ wurde ihm verliehen. Gleichzeitig unterhielt er enge Kontakte zur italienischen Mafia. Weltbekannt ist er wegen Songs wie „New York, New York“ und „My Way“. Die Rede ist von Frank Sinatra, einem der schillerndsten Entertainer des 20. Jahrhunderts.

In diesem Jahr wäre Sinatra 100 Jahre alt geworden. Für Sänger Clemens Tiburtius und die Sachs-Band Grund genug, eine Neuauflage ihres erfolgreichen Programms „Frankieboy“ zu wagen, das 1999 zum ersten Todestag von Sinatra Premiere feierte und zehn Jahre lang in ausverkauften Konzerten im Hessischen Landestheater Marburg zu sehen war. Am Samstag hieß es in der Waggonhalle „Happy Birthday, Frankieboy“. Zu hören waren Sinatras größte Hits.

Sänger beeindruckt mit Stimmvolumen

145 Zuhörer waren gekommen, um das Jubiläumskonzert mitzuerleben. Jeder Stuhl im Saal war besetzt. Im Publikum saßen Menschen verschiedensten Alters. Woran liegt es, dass Sinatras Werk noch heute Menschen anzieht? Band-Leiter Jürgen Sachs meint: „Sinatra ist einfach musikalisch gut, schlichtweg zeitlos und trifft den Nerv verschiedener Generationen. Er ist eine Legende!“ Musikalisch gut war an diesem Abend noch jemand anderes – Clemens Tiburtius.

Tiburtius hat ein enormes Stimmvolumen. Insbesondere beim Song „My Way“ schmetterte seine druckvolle Stimme gegen die Wände des Saals. Zu Melodien wie beispielsweise bei „New York, New York“ schaltete sich dann das Publikum ein: Es wurde mit den Händen geklatscht, mit den Fingerspritzen geschnipst und mit dem Fuß gewippt. Dabei hielt Tiburtius seine Stimme bei den meisten Liedern lange im Zaum, um dann beim finalen Refrain eruptiv forte zu singen – das waren großen Momente in einem großartigen Konzert.

Wie Sinatra ließ sich Tiburtius auch in Sachen Garderobe keineswegs lumpen. Egal, ob schillerndes Silber oder dezentes Schwarz – die Anzüge versprühten Glanz. Der Hut, Sinatras Markenzeichen, durfte natürlich nicht fehlen. Auch die Sachs-Band präsentierte sich in einer Top-Verfassung.

Ein Besuch in der Heimat von Sinatras Familie

Die Show bestand jedoch nicht nur aus Gesang und Musik. Zwischen den Songs waren Auszüge aus Sinatras Autobiographie zu hören, in der das Publikum einen etwas anderen Sinatra kennenlernte: wenig Glitter und Glamour, viel Paranoia. Sinatra fürchtete kaum etwas mehr als Einsamkeit in der Dunkelheit. Fast jede Nacht hielt er sich mit Whiskey wach. Schlief erst im Morgengrauen ein. Mit Beginn der 1950er kam der Absturz.

„Ich nehme Wörter wie Vorbild oder Idol ungern und selten in den Mund. Aber ich glaube, dass sie im Hinblick auf Sinatra zutreffen. Ungeachtet seiner Hochs und Tiefs“, gesteht Tiburtius, der in den 90er-Jahren als Schauspieler am Hessischen Landestheater spielte und heute Professor für Gesang in Weimar ist. Tiburtius‘ Interesse für Sinatra ging sogar so weit, dass Lercara Friddi, ein Dorf auf Sizilien, besuchte. Von dort stammt die Sinatra-Familie ursprünglich her.

Doch nicht nur sie, sondern auch einige Mitglieder der „Cosa Nostra“, die italienische Mafia. Zu dieser kriminellen Organisation pflegte „Frankieboy“ zu Lebzeiten enge Kontakte. Ihr hatte Sinatra in erster Linie seine Renaissance im Show-Geschäft Mitte der 50er zu verdanken. Er erhob sich dank der Cosa Nostra bis zum Oscar, den er 1954 für seine schauspielerische Leistung im Film „Verdammt in alle Ewigkeit“ erhielt, und bot weitere Jahre große Unterhaltung. Genau wie das Konzert „Happy Birthday, Frankieboy“.

von Benjamin Kaiser

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