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Hörgenuss mit Mozart, Bach und Vivaldi

Junge Kantorei Hörgenuss mit Mozart, Bach und Vivaldi

Die Junge Kantorei gastierte in der Lutherischen Pfarrkirche und sang vor rund 300 Musikfreunden. Es wurde ein eindrucksvoller Konzertabend und ein echter Hörgenuss.

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Die Junge Kantorei bezauberte 300 Zuhörer in der Lutherischen Pfarrkirche mit harmonischem Klang.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Zum Auftakt erklang die Missa Brevis in G-Dur, die Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von nur zwölf Jahren geschrieben hat. Die Junge Kantorei begeisterte von Anfang an mit einem lichten, harmonischen Klang, mit Geschlossenheit und Frische. Stets sang der Chor, der in Marburg, Frankfurt und Heidelberg auftritt, mit sicherer Intonation, fein abgestimmter Dynamik und guter Textverständlichkeit.

Mozarts Missa Brevis steht zwar ganz in der Tradition des damals in der Kirchenmusik Üblichen, dennoch ist sie ein sehr anrührendes und ergreifendes Stück. Schon das flehende Kyrie und das jubelnde Gloria zu Anfang der Messe gingen unter die Haut.

Barockorchester überzeugt

Im vielschichtigen Credo, dem Glaubensbekenntnis, trat der Chor immer wieder in einen wunderschönen Dialog mit den vier Solisten. Die jungen Künstler überzeugten allesamt mit ihrem sensiblen Gesang. Sopranistin Jasmin Maria Hörner begeisterte mit ihrer hinreißend hellen Stimme, Altistin Regina Pätzer überzeugte mit warmem und vollem Timbre, hell und klar sang Tenor Sören Richter, wendig und sicher Bariton Florian Rosskopp. Mit dem feierlichen Agnus Dei und der Bitte um Frieden endete Mozarts eindrucksvolle Messe.

Im Anschluss spielte das Barockorchester der Jungen Kantorei zwei Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach. Carl Philipp Emanuel war der zweite überlebende Sohn von Johann Sebastian Bach und wurde als der Berliner oder Hamburger Bach bekannt. Das Barockorchester interpretierte die Hamburger Sinfonien in G-Dur und in B-Dur mit viel Engagement und Überzeugungskraft.

Einfühlungsvermögen Lottis Credo

Dirigent Jonathan Hofmann setzte energisch und mit schwungvollen Gesten Akzente. Mit viel Beifall belohnte das Publikum die Leistung der durchweg recht jungen Musikerinnen und Musiker. Es folgte Antonio Vivaldis Credo, das zwischen 1713 und 1717 entstanden ist. Der italienische Komponist wurde vor allem durch seine Konzerte bekannt, er schuf aber auch etliche kirchenmusikalische Werke. Im Konzert begeisterte das Credo vor allem durch seine kraftvolle Frische.

Glanzvoll und fröhlich gestimmt war dann auch das Credo in F-Dur von Antonio Lotti. Lotti war Zeitgenosse Vivaldis und stammte ebenfalls aus Venedig. Seine Musik gilt als Brücke zwischen Spätbarock und Frühklassik, seine Werke aus dem Bereich der Kirchenmusik werden eher selten aufgeführt. Sie sind ganz zu Unrecht in Vergessenheit geraten, wie die Aufführung am Pfingstmontag zeigte.

Die Junge Kantorei sang das Credo mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Eine tolle Wirkung entfaltete das sechsstimmig gesungene Cruzifixus, das der Chor souverän gestaltete. Der vielstimmige, ergreifende Gesang verschmolz dabei zu einem wunderbar durchsichtigen Stimmgewebe. Mit minutenlangem, stürmischem Beifall und begeistertem Fußgetrappel bedankten sich die Zuhörer in der Pfarrkirche bei den Sängern und Musikern.

von Bettina Preussner

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