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Hochwürden sitzt in Barcelona fest

OP-Buchtipp: Eduardo Mendoza: „Der Walfisch“ Hochwürden sitzt in Barcelona fest

Geordnete Familienverhältnisse sind nicht gerade Eduardo Mendozas Sache. In dieser Hinsicht enttäuscht uns der Spanier auch mit seinem aktuellen Streich nicht – dem „Walfisch“.

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Eduardo Mendoza: „Der Walfisch“.

Quelle: Nagel & Kimche

Erneut ist Barcelona Schauplatz des Geschehens, Mendoza porträtiert seine Heimatstadt und die dort lebenden Menschen mit leichter Hand und skurrilem Humor.

Fulgencio Putucàs ist ein Bischof der etwas anderen Sorte, das merken seine Gastgeber schnell. Der geistliche Würdenträger nimmt in der nordspanischen Metropole an einem eucharistischen Weltkongress teil, und während die Monsignores tagen, putscht in Putucàs‘ lateinamerikanischer Heimat das Militär.

Diese Situation kennt man unter anderem aus Steven Spielbergs Film „Terminal“ – Mendoza nutzt die vorübergehende Heimatlosigkeit des Bischofs zu einem aberwitzigen, auf knapp 130 Seiten komprimierten Parforceritt.

In lakonischem Ton lässt Mendoza seinen Ich-Erzähler berichten, wie der Bischof das Leben seiner Gastgeberfamilie aufmischt – einer Familie übrigens, die ausnahmslos aus schrillen Karikaturen kleinbürgerlicher Existenzen besteht. Wer schon an Eduardo Mendozas „Der Friseur und die Kanzlerin“ sein Vergnügen hatte, wird auch den „Walfisch“ mögen.

  • Eduardo Mendoza: „Der Walfisch“, Nagel & Kimche, 128 Seiten, 16,90 Euro.

von Carsten Beckmann

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