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Hip-Hop und Kirchenmusik Hand in Hand

Musik-Workshop Hip-Hop und Kirchenmusik Hand in Hand

Nach der erfolgreichen Koproduktion wird nun am zweiten musikalischen Projekt mit der Kurhessischen Kantorei und Hip-Hop-begeisterten Kindern gearbeitet.

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Kirchenmusiker Uwe Maibaum erklärt Rapper Shalau Baban, dass der „Flow“ im Rap ursprünglich „Metrum“ genannt wurde.Fotos: Benjamin Kaiser

Marburg. „Was ist denn ein ‚Flow‘?“ Dies ist eine nachvollziehbare Frage von Menschen, die wenig mit Hip-Hop-Musik zu tun haben. Uwe Maibaum, Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, stellte eben diese Frage am Samstag bei einem Workshop für das Musical zwischen Hip-Hoppern und Kirchenmusikern. Trotz terminologischer Differenzen, die man sogleich klärte, soll die Koproduktion zeigen, dass Musik grenzüberschreitende Kraft besitzt.

Unter anderem waren die Geschwister Joana und Joschi Tischkau, die das Projekt leiten, der Waldtaler Rapper Shalau Baban sowie Uwe Maibaum zugegen. An dem Musical sind insbesondere die Jugendlichen der Musikworkshops im Waldtal sowie der von Maibaum geleitete Oratorienchor der Kurhessischen Kantorei Marburg beteiligt. Die ersten musikalischen Experimente wurden sogleich in Angriff genommen: Hip-Hop-Beats wurden abgespielt, die anwesenden Chormitglieder sorgten für seichten Hintergrundgesang und Shalau Baban rappte dazu. Sie diskutierten über die Konzeption des Musicals und erklärten die Feinheiten von Hip-Hop-Musik oder Kirchenmusik.

Das Projekt soll ein von Hip-Hop-Kultur und -Musik getragenes Stück sein, dass von Elementen der Kirchenmusik unterstützt wird. Das Bühnenbild wird von Graffiti-Künstlern gestaltet werden. DJs werden für Musik sorgen, und auch Beat-Boxing wird Teil der Show sein. Diese zentralen Elemente und Ideen des Hip-Hop will das Musical auf die Bühne bringen.

Die Handlung des Musicals, die seit knapp zwei Monaten in Workshops des Waldtaler St.-Martin-Hauses von Jugendlichen ausgearbeitet wird, ist noch in der Entwicklungsphase. Joana Tischkau ließ folgendes verlauten: „Es geht um zwei Welten. Eine Welt ist beherrscht von autoritärem Joch und Trostlosigkeit, die andere ist von Hip-Hop-Kultur und starkem Gemeinschaftsdenken geprägt. Die Jugendlichen aus dem Waldtal sollen ein Forum erhalten, ihre Lebenserfahrungen musikalisch zu verarbeiten.“

Nachdem „Woodvalley Movement“ zusammen mit Maibaum bereits im November 2013 in der Lutherischen Pfarrkirche im Rahmen von „Marburg b(u)y Night“ aufgeführt wurde, ist dies die zweite Kooperation der völlig unterschiedlichen Musikrichtungen. Joschi Tischkau, pädagogischer Mitarbeiter im Waldtaler St. Martin Haus, zeigte sich von Maibaums Enthusiasmus begeistert: „Man merkt, dass der Uwe richtig Lust hat, etwas Großes auf die Beine zu stellen. Es ist cool, dass Hip-Hop auch in solchen Kreisen nicht kategorisch abgelehnt wird.“

nDie Premiere findet voraussichtlich am 13. Januar 2015 in der Marburger Waggonhalle statt. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Für Jugendliche von 14 bis 19 Jahren gibt es die Möglichkeit, sich an dem Projekt zu beteiligen: Bis Januar findet jeden Montag um 16 Uhr im St.- Martin-Haus ein kostenloser Workshop statt.

von Benjamin Kaiser

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