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Himmlischer Gesang irdischer Stimmen

Kammerchor Himmlischer Gesang irdischer Stimmen

Das Konzert des Maulbronner Kammerchors mit seinem geistlichen A-capella-Programm „O nota lux de lumine“ wurde der angekündigte Klassik-Höhepunkt des diesjährigen Stadtfestes.

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400 Besucher der Elisabethkirche erlebten das Gastspiel des „Maulbronner Kammerchors“.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Mehr noch: Es war vermutlich das seit Jahren beste Konzert eines Gastchors ohne instrumentale Begleitung – vielleicht mit das Beste, was man auch andernorts je in seinem Leben live gehört hat. Der Maulbronner Kammerchor bestätigte die hohen Erwartungen: Neben dem ersten Preis beim 5. Deutschen Chorwettbewerb 1998 in Regensburg ersang der Chor an Pfingsten dieses Jahres einen 2. Platz in der Leistungsstufe 1 „International überragend“ beim 11. Internationalen Kammerchorwettbewerb Marktoberdorf, wobei der Chor für Urmas Sisasks „Benedicto“ einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines geistlichen Chorwerks erhielt.

Drei Werke des Marktoberdorfers Wettbewerbs standen dem Programm und eines davon gab es als Zugabe. Eröffnet wurde die Soiree mit sechs Sprüchen zum Kirchenjahr für achtstimmigen Chor von Mendelssohn-Bartholdy. Die Werke spannten einen Bogen von Advent und Weihnachten, der Zeit des Lichts, über die Passion zur Himmelfahrt. Das war Romantik schlank, leicht und in hellen Farben. Die 34 Vokalisten unter dem Dirigat von Jürgen Budday mit ihren schönen Stimmen zauberten einen schwebenden, stets durchhörbaren Chorklang in die Elisabethkirche, der die Ohren umschmeichelte und die Herzen berührte. Die Pianos waren zart, durchsichtig und einheitlich. Die Forti – auch in den Höhen – erklangen unangestrengt und ohne Härten, aber mit Kraft und Glanz.

Zwischendurch gab es immer wieder herzlichen Beifall für den Chor mit seinem Dirigenten und den Organisten Nils Kuppe. Am Ende feierten die Marburger die Sänger von der Schwäbischen Alb, die mit zwei Zugaben ihr glanzvolles Konzert abrundeten. Die Macher des Stadtfestes „3 Tage Marburg“ werden es schwer haben, dieses ergreifende und zugleich beglückende Konzerterlebnis im nächsten Jahr mit einem neuen Klassik-Höhepunkt überbieten zu können. Sollte der kleinste Zweifel bestehen: Einfach wieder den Maulbronner Kammerchor einladen!

von Helmut Rottmann

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