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Himmlisch schöne Stimmen

Eckelshausener Musiktage Himmlisch schöne Stimmen

Der Kammerchor Stuttgart gilt als einer der besten Chöre seiner Art in Deutschland. Am Mittwochabend zeigte er in der Stiftskirche Wetter, dass er diesen Ruf zu Recht hat.

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Hochkonzentriert präsentierte sich der Kammerchor Stuttgart – im Bild sind die Sopranistinnen zu sehen – bei seinem Konzert in der Stiftskirche Wetter.

Quelle: Florian Gaertner

Wetter. Die Eckelshausener Musiktage haben ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Chöre, die sie im Rahmen ihres internationalen Kammermusikfestivals an der Lahn gerne in der wunderschönen Stiftskirche von Wetter platzieren. Nach dem lettischen Chor Kamer, nach den Wiener Sängerknaben und den Augsburger Domsingknaben gastierte dort der Kammerchor Stuttgart.

Mit acht Sopranistinnen, acht Altistinnen, sieben Tenören und sechs Bässen war der Chor unter der Leitung seines Gründers und langjährigen Dirigenten Frieder Berius angereist – auch um sich „warm zu singen“ für die bevorstehende große Japantournee. Im Programm hatte der Chor sehr anspruchsvolle A-cappella-Musik der späten Romantik. Im ersten Teil präsentiert der Chor kirchliche Musik, im zweiten Teil weltliche.

Ein Höhepunkt der 29. Eckelshausener Musiktage war der Auftritt des Stuttgarter Kammerchors in der Stiftskirche in Wetter.

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Josef Gabriel Rheinbergers (1839 – 1901) „Cantus Missae“ in Es-Dur, die der Stuttgarter Chor bereits auf CD eingesungen hat, bildete das Zentrum des ersten Teils. Darin eingebettet waren grandiose Interpretationen von vier Werken des Russen Sergej Rachmaninow (1873 – 1943), die der Chor mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit auf Russisch sang. Ein Triumph der Stimmen. Wer Gottes Lob so schön besingt, wie dieser Chor, der kommt in den Himmel.

Nach der Pause standen Werke von Peter Cornelis für sechs- und achtstimmigen Chor sowie Franz Schuberts „An den Mond“, Edvard Griegs wunderbares „Solveijgs Lied“ und Franz Liszts „Es muss was Wunderbares sein“ auf dem Programm, die der inzwischen 89-jährige Chorleiter und Komponist Clytus Gottwald für achtstimmigen Chor arrangiert hat.

Der Kammerchor verabschiedete sich mit Auszügen aus „Lieder im Freien zu singen“, Felix Mendelssohn Bartholdys Hymne an die Natur. Der Romantiker war hingerissen von einem Fest im Walde, wie er seiner Mutter 1839 schrieb. Es sei das schönste Fest gewesen, das er je erlebt habe. Und was machte Mendelssohn: Er schreibt Musik, wunderbare romantisch-schwelgerische Musik, die der Ausnahmechor wohl am liebsten auch im Freien singen würde. Für das Konzert gab es langanhaltenden Applaus von einem hingerissenen Publikum.

Dirigent sorgt für Hamonie

Die Sängerinnen und Sänger dieses 1968 gegründeten Chores sind großartig ausgebildete Profis, die für verschiedene Projekte von Chorleiter Berius eingeladen werden. Sie alle könnten wohl auch jederzeit solistisch in Erscheinung treten. Der Chor vereint perfekte Textverständlichkeit, klare Intonation und höchstes sängerisches Können.

Nach Ansicht der Wochenzeitung die „Zeit“ ist „kein Superlativ verschwendet, um diesen Chor zu rühmen“. Ein glasklarer, strahlender Sopran, ein warmer Alt, ein schlanker, beweglicher Tenor und ein kräftiger, warmer Bass zeichnet diesen Chor aus. Dabei gelingt Dirigent Berius das kleine Wunder, diese himmlisch schönen Stimmen zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen.

Der Kammerchor Stuttgart singt seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau. Seine Reputation, erworben durch harte, systematische Arbeit, drückt sich in mehr als 70 Schallplattenaufnahmen aus sowie in zahlreichen internationalen Tourneen, die den Kammerchor unter anderem viermal nach Nordamerika und einmal nach Südamerika führten. In Kürze ist er wieder unterwegs: zum achten Mal in Asien.

von Uwe Badouin

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