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Hessisches Landestheater startet in erste Spielzeit ohne Stadthalle

Spielplan 2013/14 Hessisches Landestheater startet in erste Spielzeit ohne Stadthalle

Das Hessische Landestheater Marburg startet am 7. September mit Heinrich von Kleists Klassiker „Michael Kohlhaas“ in die Spielzeit 2013/14 - die erste ohne die Stadthalle. Die wird von Sommer an umgebaut.

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Das Team des Marburger Theaters um Intendant Matthias Faltz (hinten Mitte) und die Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach (hinten 2. von rechts) blicken zuversichtlich auf die kommende Spielzeit.Foto: Uwe Badouin

Marburg. Das Team von Intendant Matthias Faltz hat sich inzwischen warmgespielt in Marburg. Die Besucherzahlen steigen, liegen derzeit 7000 Zuschauer über dem Vorjahreszeitraum - nicht zuletzt wegen der beiden Erfolgsproduktionen „Blues Brothers“ und „Dreigroschenoper“, die in der Stadthalle fast durchgehend ausverkauft waren. Dies teilte er gestern bei der Vorstellung des neuen Spielplans mit. Im vergangenen Jahr besuchten 45000 Menschen die Vorstellungen in Marburg und die Gastspiele. Zudem wird das Theater auch überregional zunehmend positiv wahrgenommen: Die Produktionen werden für Gastspiele gebucht - mehr als 40 für die kommende Spielzeit hat das Theater verkauft.

Mit dem Umbau der Stadthalle für rund 30 Millionen Euro beginnt eine Zäsur. Der Saal wird dem Theater zwei Spielzeiten lang fehlen.

Ersatz haben Faltz und sein Team gefunden: Die Lutherische Pfarrkirche wird zumindest in diesem Jahr von September bis vermutlich Oktober mit „Michael Kohlhaas“ bespielt. Und die Galeria Classica, ein ehemaliges Autohaus in der Schwanallee wurde angemietet. Dort sind zwei Produktionen geplant: Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ hat am 29. September Premiere und „Warteraum Zukunft“ von Oliver Kluck am 22. Februar 2014. Beide Produktionen sollen speziell für diese Werkhallen inszeniert werden. Zudem ist geplant, das Erfolgsmusical „Blues Brothers“ in die Galeria Classica zu übernehmen.

Zudem wird sich ein Künstlerkollektiv des Spielortes annehmen: das O-Team um den Regisseur Samuel Hof, die bildende Künstlerin Nina Malotta und den Leiter des Theaterhauses Jena, Jonas Zipf, will mit Installationen, Spielern, Musik und Video „einen neuen Hotspot des Marburger Tag- und Nachtlebens“ aufbauen: Die Galeria Classica wird zum „Institut für Fährnisse“ mit Partys, Performances und Diskussionsrunden.

Im Fürstensaal des Landgrafenschlosses geht am 16. November Frankenstein um: Max merker bringt den Horrorklassiker von Mary Shelley auf die Bühne. Sogar eine deutsche Erstaufführung hat das Landestheater an Land gezogen: Faltz inszeniert „Durch den Wind“ der Französin Nathalie Fillion.

Noch steckt das kleinste aller hessischen Subventionstheater mitten in den Vorbereitungen für den Marburger Theatersommer 2013, da sind die Pläne für das Jahr 2014 schon gemacht: Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, die wohl erfolgreichste Komödie des bedeutendsten Dramatikers der Literaturgeschichte, hat wegen der Fußball-WM bereits am 31. Mai 2014 Premiere.

Zudem plant das Landestheater einen weiteren Knüller: Carl Orffs Carmina Burana soll gemeinsam mit einem Marburger Chor und dem Studenten-Sinfonie-Orchester auf dem Marktplatz aufgeführt werden. Premiere ist der 20. Juni 2014. Faltz hofft, für das Sommerspektakel 2014 weitere Sponsoren gewinnen zu können, um das Festival noch weiter ausbauen zu können.

Im Jungen Theater ragt das Familienstück zu Weihnachten heraus - es wird am meisten unter dem Verzicht auf die Stadthalle leiden. Dabei wird mit Michael Endes „Momo“ ein ganz besonders attraktiver Stoff aufbereitet. Premiere ist am 23. November auf der Bühne im Theater am Schwanhof. Die fasst maximal 200 Besucher - Interessenten müssen beim Buchen also ganz schnell sein.

Daneben hat das Theater interessante Stücke junger Dramatiker entdeckt wie „Warteraum Zukunft“von Oliver Kluck oder „Die Reiherkönigin“ der Polin Dorota Maslowska.

Matthias Faltz jedenfalls wirkt derzeit rundum zufrieden: „Ich freue mich darüber, wie es gerade läuft.“ Mit dem Spielzeitprogramm 2013/14 will er den Marburger Theaterbesuchern „eine Welt der Möglichkeiten“ eröffnen und sie „der Welt der Notwendigkeiten“ gegenüberstellen.

Die Preise bleiben übrigen stabil, betonte Dr. Christine Tretow. Einzig die Vierer-Abos wurden leicht angepasst, dafür enthalten sie künftig aber auch das Open-Air-Stück.

von Uwe Badouin

Abendspielplan 2013/14

Michael Kohlhaas nach Heinrich von Kleist, 7. September 2013, Lutherische Pfarrkirche

Warum läuft Herr R. Amok? von Rainer Werner Fassbinder, 14. September, Bühne

Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht, 29. September, Galeria Classica

Goethe: Faust I – Kommentierte Darbietung von und mit Michael Quast und Philipp Mosetter, Fliegende Volksbühne Frankfurt, 8. Oktober, Bühne/Gastspiel

Der Biberpelz – Eine Diebskomödie von Gerhart Hauptmann, 26. Oktober, Bühne

Frankenstein nach Mary Shelley, 16. November, Fürstensaal

Plutos nach Aristophanes, 18. Januar 2014, Bühne

Die Reiherkönigin – Ein Rap

nach Dorota Masowska, 8. Februar, Black Box

Warteraum Zukunft von Oliver Kluck, 22. Februar, Galeria Classica

Durch den Wind von Nathalie Fillion, 22. März, Bühne/Deutschsprachige Erstaufführung

Sinn – Theater in der Finsternis von Anja Hilling, 26. April, Historischer Schwanhof

Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare, 31. Mai, Marktplatz/Open Air-Spektakel

Carmina Burana von Carl Orff

20. Juni 2014, Marktplatz/Open Air

Junges Theater

Momo (5+) von Michael Ende, 23. November 2013, Bühne/ Familienstück zu Weihnachten

Mein Jahr in Trallalabad (8+) von Thilo Reffert, Kinder- und Jugendtheater Tübingen, 26. Januar 2014, Black Box

Das hässliche Entlein (4+) von Hans Christian Andersen, Schnawwl am Nationaltheater Mannheim, 23. Februar 2014, Black Box

Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse (8+) von Christine Nöstlinger 12. April.

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