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Große Tragödie auf der kleinen Bühne

Shakespeares „Julius Caesar“ Große Tragödie auf der kleinen Bühne

Julius Caesar ist ein Machtmensch. Das Volk liebt ihn. Aber er hat Feinde. William Shakespeare erzählt die Tragödie des römischen Feldherren und Imperators in fünf Akten.

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Angelina Häntsch (von vorne) Maximilian Heckmann und Michael Köckritz spielen Shakespeares Tragödie „Julius Caesar“.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Seit August 2016 ist Jonas Schneider Regieassistent am Hessischen Landestheater. Nach kleinen Produktionen in der Reihe „Wilde Schwäne“ bekommt er nun sein Regiedebüt im Abendspielplan. Und dann gleich einen Shakespeare. Sein „Julius Caesar“ ist eine ziemlich reduzierte Version.

Der größte­ Dramatiker der Literaturgeschichte hatte für seine 1599 im Londoner Globe Theatre uraufgeführte Tragödie 15 Rollen geschrieben – Caesar, die Triumvirn um Marcus Antonius, Cicero, acht Verschwörer um Brutus und die Frauen von Brutus und Caesar. Bei Schneider müssen dies drei Darsteller stemmen: Angelina Häntsch, Maximilian Heckmann und ­Michael Köckritz. Für Live-Percussion sorgt Oli Friedrich. Die Spielfassung stammt von Peter Stein nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel.

Caesar ist auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seinen ehemaligen Verbündeten wird der erfolgreiche Feldherr jedoch zu mächtig – faktisch regiert er schon als Alleinherrscher. ­Eine Verschwörergruppe entschließt sich, Caesar zu töten. An den Iden des März stirbt Julius Caesar im Senat unter den Dolchen der Verschwörer. Sein Freund Marcus Antonius wird verschont. Er bekommt die Erlaubnis, zum Volk zu sprechen: die Folge seiner genialen aber demagogischen Rhetorik ist ein furchtbarer

Bürgerkrieg. Die Verschwörer fliehen und unterliegen in der entscheidenden Schlacht Marcus Antonius. Den Fokus in dem Stück über Macht und Moral lenkt die Marburger Inszenierung auf die Figur des Brutus: ehemals Freund Caesars, lässt auch er sich von Cassius davon überzeugen, dass der Mord das richtige Mittel ist, um die Alleinherrschaft zu beenden.

Für die Bühne zeichnet Marlene Lockemann verantwortlich, die Kostüme hat Magdalena Vogt entwickelt, Dramatur ist Matthias Döpke.

  • Premiere ist am Samstag um 19.30 Uhr in der Black Box im Theater am Schwanhof. Weitere Vorstellungen sind dort am 25. und 28. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr.

von Uwe Badouin

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