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Herzerfrischende Romantik

Alles eine Frage der Zeit Herzerfrischende Romantik

Der durch Hits wie „Notting Hill“ berühmte britische Regisseur Richard Curtis lädt mit der Komödie „Alles eine Frage der Zeit“ zum hemmungslosen Schwelgen in Romantik. Englischer Humor sorgt dafür, dass Kitsch keine Chance hat. das fanden auch die Besucher der OP-Vorpremiere am Mittwoch.

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Domhnall Gleeson als Tim und Rachel McAdams als Mary spielen die Hauptrollen in „Alles eine Frage der Zeit“. Foto: Universal

Quelle: Universal Pictures

Marburg. Mit der romantischen Komödie „Alles eine Frage der Zeit“ knüpft „Mr. Bean“-Erfinder Richard Curtis an die von ihm geschriebenen Kultfilme „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“ und seinem Regiedebüt „Tatsächlich... Liebe“ an. Wieder vereint er geschliffenen Humor und herzerwärmende Romantik zu höchst vergnüglicher Unterhaltung edelster Art.

Die Story beginnt ziemlich verrückt und lässt zunächst groben Klamauk erwarten: Der 21-jährige Tim (Domhnall Gleeson) erfährt von seinem Vater (Bill Nighy), dass die Männer der Familie innerhalb der eigenen Lebenszeit zurückreisen können. Tim fühlt sich veräppelt. Doch es klappt. Das wilde Toben durch die Zeit verhilft ihm mit Mary (Rachel McAdams) sogar zur großen Liebe. Nach der Gründung einer eigenen Familie aber zeigt das Leben Klippen, die selbst mit den gewagtesten Touren zwischen Gestern und Heute nicht zu umschiffen sind.

Schon die Szenen des Kennenlernens von Tim und Mary zeigen, wie intelligent und gefühlvoll diese Komödie ist: Die Beiden lernen sich im Dunkeln kennen. Die Gespräche, die sie bei dem Dark-Dinner führen, sind derart gefühlvoll, komisch und hintergründig, dass man als Zuschauer geradewegs für das Paar entflammt und in ihre nach allem anderen denn Schema F verlaufende Lovestory mit hineingezogen wird.

Autor und Regisseur Richard Curtis würzt die glühende Romantik und die schillernden Gefühle mit handfestem Humor und sogar mit starker Dramatik. Ein schwerer Unfall und die Unerbittlichkeit von Gevatter Tod geben der überaus beschwingten Geschichte einige ungemein berührende Momente des Nachdenkens über den Sinn des Lebens. Genau daraus resultiert die Größe des Films.

Das komödiantische Feuerwerk kommt vollkommen ohne den heutzutage oft üblichen Fäkalwitz und auch schrille Sexszenen aus. Handfest und erotisch geht es allerdings zu. Der oft verhaltene, mal aber auch überdrehte Spaß resultiert vor allem daraus, dass Curtis und sein exzellentes Schauspielerteam die Absurditäten des Alltags aufspüren. Das schenkt dem Film eine Wahrhaftigkeit, die der Mehrzahl der am Fließband produzierten Hollywood-Klamotten mit romantischem Einschlag fehlt.

Selbst die schrillsten Slapstick-Nummern haben hier Bodenhaftung. Da geht etwa eine Hochzeit im Regen unter. Doch niemand wird zur Witzfigur. Als Zuschauer lachen wir mit den Handelnden, nicht über sie. Und da selbst die überdrehtesten Szenen nichts als die Schwächen des Menschseins an sich bloßlegen, lachen wir immer auch über uns selbst.

„Alles eine Frage der Zeit“ startet kommenden Donnerstag in den Kinos.

von Peter Claus

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