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Heißer als die Nationalelf

Hazmat Modine im KFZ Heißer als die Nationalelf

Ihr musikalischer Stil ist verwegen und so vielfältig wie ihre Heimatstadt New York: „Hazmat Modine“ gaben im KFZ ihre Visitenkarte ab. Hoffentlich kommen sie wieder.

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Bandchef Wade Schumann holt aus seiner Mundharmonika unglaubliche Töne heraus und Saxofonist Steve Elson begeistert mit jazzigen Soli.Foto: Jan Bosch

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Acht Musiker und jede Menge Blechblasinstrumente fegten den Zuschauern am Dienstagabend im vollen Saal des KFZ einen heißen Tropensturm entgegen, der selbst die Nationalelf in die Knie gezwungen hätte. Von der ersten Minute zugleich wunderbar entspannt und mit Volldampf nach vorne, heißt ihre Devise, die die Fankurve mächtig ins Schwitzen bringt.

„Hazmat Modine“ ist das Zauberwort, der Schmelztiegel, in dem mit Hochofentemperaturen Blues, Bluegrass und New Orleans Brass mit Klezmer, Calypso und sogar Tango zu einer heißen Mischung verschmolzen werden.

Schon mit den ersten Atemzügen provoziert Frontmann Wade Schumann ein „Gott ist das geil“ auf den Lippen des Nachbarn in der Menge. Was der Virtuose aus der Harmonika holt, zieht einem wahrhaftig die Schuhe aus. Durch ein Effektgerät gejagt, klingt sein Sound wie eine Gospelorgel. Schumann ist der Spielmacher, der auf und vor der Bühne herumspringt, Band und Publikum einheizt, singt wie Joe Cocker und auch noch mehrere Instrumente spielt.

Neben Schlagzeuger Graham Hawthorne und den Gitarristen Erik Della Penna und Michael Gomez, sorgen vier Bläser für viel heiße Luft. Mit dem Super-Groove des riesigen Sousaphone hält Joseph Daley die Mannschaft auf Kurs und gibt den Grundton vor. Steve Elson (Saxophon) und Pamela Fleming (Trompete) stürmen immer wieder mit jazzigen Soloeinlagen nach vorne, bis die Bluesgitarren aus der anderen Bühnenhälfte kontern. Jazztunes treffen auf Steelguitar und Banjo, ein musikalischer Wettkampf vom Feinsten, der das Stadion zum Tosen bringt, wie ein Torkracher von der Mittellinie.

Wem der Sound bisher noch nicht in die Beine gegangen ist, den lockt spätestens Rachelle Garniez aus der Reserve. Akkordeon und Claviola machen den internationalen Stilmix komplett. Den bluesigen Grundsound ergänzt sie mit Klezmer, karibischem Calypso oder Polka. „Hazmat Modine“ reißen ihre Zuschauer mit ungehemmter Freude am Spielen und exquisiten Melodien mit. Nach 180 Spielminuten inklusive Verlängerung verlassen „Hazmat Modine“ unter lang anhaltendem Beifall das Spielfeld. Ein fulminanter Auftritt, schade, dass es nicht nur das Eröffnungsspiel war.

von Jan Bosch

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