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Heiß, heißer, Sommervarieté

Waggonhalle Heiß, heißer, Sommervarieté

Zum 17. Mal wird in der Waggonhalle auch im Sommer ein buntes Varieté-Programm geboten. Bei der Vorpremiere ging es nicht nur temperaturmäßig heiß zu.

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Das ZAC-Programm beim Sommervarieté in der Waggonhalle bietet auch dieses Jahr wieder eine Mischung aus schweißtreibender Artistik, Comedy und Zauberei.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Zum Ersten, zum Zweiten, zum 35. Wir zählen eben diese Auflage eines ZAC-Varieté-Programms in der Waggonhalle.

Zum 17. Mal gibt es einen Varietésommer und neben mehreren Soloshows und speziellen Veranstaltungen für Kinder stehen nach der Vorpremiere und der Premiere am Donnerstag und Freitag noch ein Dutzend weiterer Vorstellungen des ZAC-Varietés auf dem Spielplan. Die Mischung ist gewohnt bunt und auch wenn sich die Temperatur im Inneren der Waggonhalle im Lauf der nächsten Wochen hoffentlich wieder etwas abkühlt, dürften die Künstler den Zuschauern weiterhin ordentlich einheizen.

Die Artisten bringen Trapez- und Körperkunst auf die Bühne, es fliegen Hüte, Bälle, Kegel und Lichtschwerter durch die Luft und dann hätten wir da noch Wortakrobatik. Moderator Robert Woitas erzählt von seiner Reise nach Indien („ich ging wie der Dalai, nur lahmer“), richtet eine Ode an den Bauarbeiter sowie eine Hommage an die Brüder Grimm und strickt die Geschichte seiner Tätigkeit als Single-Scout mit ganz viel verbalem Lokalkolorit. Da kommt man glatt vom Delirium ins Trauma, wenn er Lollar (mit stummem r, versteht sich), die einen Mann „moischt“, zu verkuppeln sucht.

Das neue ZAC-Sommervarieté ist mit Zauberei, Artistik und Comedy in der Waggonhalle gestartet. Fotos: Nadja Schwarzwäller

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Zwei Lügen in einem Wort? „Schönstadt“. Und einen dänischen Ero-Tisch (zum Ausziehen, aus Splitterfasernacktholzplatten) muss man sich auch erst einmal einfallen lassen. Zwischendurch erreicht Robert Woitas eine rekordverdächtige Anzahl an Silben pro Sekunde und ähnlich rasant geht Jongleur Thomas Dietz zu Werke. Der ist nicht umsonst seit 2007 Weltmeister und hat mehrere Goldmedaillen bei Wettbewerben gewonnen – in Marburg ist er bei der Vorpremiere der Publikumsliebling.

  Dass Bälle und Kegel fliegen, das sieht man im Zweifel nicht zum ersten Mal. Auch wenn Dietz allein das schon äußerst kunstfertig und kreativ gestaltet – zum Beispiel mit leuchtenden Bällen als Feuerwerk auf Musik choreografiert. Aber zwei Lichtschwerter, die so herumgewirbelt werden, dass die Optik des Marburger Stadtwappens entsteht? „Donnerwetter, Potzblitz, Hey, Hey“, wie Robert Woitas sagen würde. Wer sich speziell auf Thomas Dietz freut, möge sich übrigens eine der Vorstellungen ab diesem Sonntag aussuchen – Samstag ist nämlich an seiner Stelle Markus Furtner mit dabei.

Gänzlich ohne Requisiten kommt das „Trio Di Cento“ aus. Dieter Becker erzählt gemeinsam mit Sinja Guth und Kilian Fehre, ebenfalls von Musik untermalt, eine kleine Geschichte von zwei starken Männern und einer Frau, die sich als ebenso stark erweist – Akrobatik mit spektakulären Handstandkombinationen. Kein Wunder, dass die Dame zum Schluss in die Gang der „coolen Jungs“ aufgenommen wird. Später kommt Dieter Becker dann als Zauberer Kai noch einmal auf die Bühne. Und präsentiert unter anderem einen Trick, den Kinder bitte nicht zu Hause nachmachen sollten, wie Kai fleht – sondern in der Schule.

Sprachloser Zauberer Juno

Der junge Artistin Vanessa Lee geht bei ihrem Auftritt dann buchstäblich der Hut hoch. Sie hat sich nämlich auf eine Antipoden-Jonglage spezialisiert, bei der sie eben Hüte mit den Füßen balanciert. Für ihre zweite Darbietung geht es ab in die Lüfte und aufs Trapez. Vanessa Lee hatte sich besonders darauf gefreut, mit einer Live-Band aufzutreten und wie immer sorgen die „Jazz-Robots“ als Haus-Band des Varietés für tolle musikalische Akzente.

Ebenfalls eine Institution ist inzwischen Zauberer Juno alias Horst Lohr. Der hinter den Kulissen für die Zusammenstellung der Varieté-Programme verantwortlich zeichnet. Bei seiner ersten Nummer im Sommervarieté 2016 kommt er ungewohnt wortkarg daher, um nicht zu sagen: Er sagt überhaupt kein Wort. Dafür geht es dann beim zweiten Auftritt umso kommunikativer zu. Und keine Angst, natürlich wird auch das Publikum einbezogen. In der Vorpremiere hatte ein Zuschauer das Vergnügen, zu einem Running Gag des Abends beizutragen. „Cheerleading-ich-bin-Willi“ lautete die Ansage von Robert Woitas, wann immer Applaus gefragt war.

  • Die weiteren Vorstellungen bis zum 25. September finden mittwochs bis samstags um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr statt. Alle Informationen, auch zu den anderen Veranstaltungen, zu Karten und Reservierungen gibt es auf der Homepage der Waggonhalle unter www.waggonhalle.de.

von Nadja Schwarzwäller

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