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Heavy Metal von den Herzbuben

Ass-Dur in der Waggonhalle Heavy Metal von den Herzbuben

Genial, frech, witzig, albern - all das ist Ass-Dur. Das Musikkabarettisten-Duo gastierte am Freitagabend in der Waggonhalle, die Zuschauer waren hingerissen.

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Ein Extra-Foto für die Oberhessische Presse mitten in der Show: Benedikt Zeitner (links) und Dominik Walter von Ass-Dur posierten gut gelaunt. Foto: Bettina Preussner

Marburg. Der Erfolg des Musikkabarett-Duos „Ass-Dur“ funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Hier der oberlehrerhafte, ewig schlaue Benedikt Zeitner, da der etwas lahme, einfältige Dominik Walter. Während der eine über klassische Musik doziert, blödelt und kalauert der andere auf unterstem Niveau. Die beiden spielten sich am Freitag geschickt die Bälle zu, die Gags flogen hin und her, während der eine superschlau daher laberte, rollte der andere genervt mit den Augen.

Auch einzeln waren die beiden unschlagbar. Benedikt übersetzte die Songs von Michael Jackson neu, heraus kam ein völlig sinnfreier Song über Ikea. Dann gab er den „Leiermann“ aus Schuberts Winterreise zum Besten, natürlich entsprechend kommentiert von Dominik. Der wiederum behauptete, Mozart und Beethoven hätten auch Fangesänge fürs Fußballstadion geschrieben. Flugs spielte er ein Stück von Beethoven auf dem Klavier und fügte ganz beiläufig ein: „Ihr könnt nach Hause fahren, ihr könnt nach Hause fahren..“

Zusammen präsentierte das Duo mehrere Versionen des Biba-Butze-Manns: Das Kinderlied ging auch als schmalziger Schlager, als lieblicher Minnesang, und als knallhartes Heavy-Metal-Stück. Wobei aus der Sicht von „Ass-Dur“ auch die Wildecker Herzbuben rein genretechnisch unter Heavy Metal rangieren.

Immer wieder wurde das Publikum in die Späße der Musikkabarettisten mit einbezogen. So wurde auch die Autorin mehrfach gefragt, was sie denn die ganze Zeit schreibe. „Sind Sie von der Zeitung?“ So entstand ein Running-Gag, der geschickt in die Show eingebaut wurde und die Leute immer wieder zum Lachen brachte: „Was schreibt sie denn jetzt schon wieder?“ Und schließlich hieß es: „In der Zeitung erscheinen immer so komische Bilder von uns.“ Daraufhin setzten sich die beiden in Pose für ein richtig schönes Zeitungsfoto.

Das Publikum war begeistert von „Ass-Dur“ und kam aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Die Stimmung war bestens, immer wieder gab es Szenenapplaus für besonders gelungene Gags. Getragen wurde die Show von den musikalischen Fähigkeiten der jungen Künstler, die sich in Berlin an der Hochschule für Musik kennengelernt haben. Beide sind hervorragende Pianisten und begnadete Schauspieler und Entertainer. Sie wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

von Bettina Preussner

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