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Havanna – der pittoreske Zauber des Verfalls

OP-Buchtipp: Andreas Kaiser: „Havana“ Havanna – der pittoreske Zauber des Verfalls

Die Eiszeit zwischen den USA und Kuba scheint 
vorüber. Gerade erst hat Barack Obama als erster US-Präsident seit der sozialistischen Revolution von 1959 Kuba besucht. Kuba und Havanna werden sich verändern.

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Bunt sind viele der einst prächtigen Häuser in Havannas Altstadt. Heute bröckelt nicht nur der Putz malerisch von den Wänden.

Quelle: Andreas Kaiser

Der Wandel Kubas ist wohl kaum noch aufzuhalten. Was er mit sich bringt, weiß man nicht. Während viele Kubaner von den Segnungen des Kapitalismus träumen, erinnern andere an die Zeiten vor der Revolution, als Havanna fest in der Hand der Mafia war.

Der Münchner Fotograf Andreas Kaiser hat für seinen Bildband „Havana“ eine der vermutlich letzten Gelegenheit genutzt, das ursprüngliche, alte, das sozialistische Kuba fotografisch zu dokumentieren. In rund 130 eindrucksvollen Schwarz-Weiß- und Farb-Bildern zeigt Kaiser – der sonst als Modefotograf unter anderem für Cosmopolitan arbeitet – den morbiden Charme der Hauptstadt Havanna. Dabei fängt er immer wieder den Kontrast zwischen glorreicher Vergangenheit und karger Gegenwart ein.

Wer einmal in Kubas Hauptstadt mit seinen zwei Millionen Einwohnern war, wird fasziniert gewesen sein von den alten Straßenkreuzern aus den 1950er Jahren, den so pittoresk verfallenden Altbauten, dem Malecon, der wunderbaren Uferpromenade Havannas.

Als Tourist staunt man, fühlt sich versetzt in eine andere Welt. Als Kubaner leidet man an der Mangelwirtschaft, lebt in einst wunderschönen Häusern, die heute oft Ruinen sind. Der Bildband zeigt eine malerische Stadt, die vermutlich schon bald ganz anders aussehen wird, wenn das große Geld Einzug hält.

  • Andreas Kaiser: „Havana“, Koehler-Verlag, 279 Seiten, circa 130 Fotos, 39,90 Euro.

von Uwe Badouin

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