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Hart und „markerschütternd“

„Corvus Corax“ im KFZ Hart und „markerschütternd“

Die Mittelalter-Spielleute von „Corvus Corax“ 
veranstalteten bei ihrem Konzert im KFZ mit schnellen Rhythmen 
und selbstgebauten Instrumenten ein wahres Spektakel.

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Mit selbstgebauten Instrumenten, beeindruckenden Kostümen, lauter Musik und der „Met-Kanone“ begeisterte die Rockband ihr Publikum im KFZ.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Das Konzert wurde mit dem Titel „Das Gelage der Spielleute“ angekündigt. Sieben Spielleute auf der Bühne – und nach rund 90 Minuten Spielzeit beginnt auch das Gelage. „Bringt die Kanone herbei“, ruft Band-Frontmann Castus Rabensang mit dramatischer Stimme und der Decke entgegen gestreckten Armen. Was dann passiert, sieht man auch nicht alle Tage.

Die Band präsentiert einen zwei Meter langen Schlauch, in den Rabensang, der sich in seiner Rolle als mittelalterlicher Mundschenk pudelwohl zu fühlen scheint, Met, also Honigwein, füllt. Gierig drängeln sich einige junge Männer um den Schlauch. Jeder will kosten. So mutiert das leblose Objekt zum geheimen Star der Show. Doch der Abend war keine reine Alkohol-Orgie.

Mit zarten Minnegesängen hat die Musik von „Corvus Corax“ (zu deutsch: Kolkraben) nichts gemein. Die Band mag es hart und zügig. Die schnellen Rhythmen der Flöten werden von den stetigen und gleichmäßigen Klängen der Dudelsäcke begleitet. Einen Großteil ihrer Instrumente hat die Band selber gebaut, und viele davon sehen äußerst beeindruckend aus. Ebenso einige Zuschauer, die sich in Schale geworfen haben. Es gibt viele Kilts, Hunnenkostüme und andere mittelalterliche Trachten zu sehen. Auch das Bühnenbild trägt zum beeindruckenden Ambiente bei.

Trommler wütet an seinem Gerät

An Elan fehlt es der Band sicher nicht. Die „Kolkraben“ sorgen in Sachen Stimmung für einen Höhenflug und springen mit ihren Instrumenten freudig trällernd über die Bühne wie der sagenumwobene „Rattenfänger von Hameln“. Dabei wechseln sich peppige Balladen mit langen Instrumentalstücken ab.

Vor allem der Trommler der Band, ein Mann mit dem verheißungsvollen Spitznamen „Harmann der Drescher“, weiß zu überzeugen. Man muss ihm nicht lange beim Spielen zuschauen, um zu verstehen, wie er an seinen Namen gekommen ist: Er wütet regelrecht an seinem Instrument und begleitet das Spektakel mit wilden, aber gleichzeitig rhythmischen Trommelsounds – Gütesiegel „markerschütternd“.

Letztlich geben sich die Sieben musikalisch einfühlsam – zumindest im Vergleich zu den restlichen Songs des Konzerts: Das Publikum singt mit, als Rabensang auf Altdänisch das Lied von der „Kleinen Meerjungfrau“ anstimmt.

von Benjamin Kaiser

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