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Hammer-Rock trifft Wüsten-Pop

MaNo-Festival gestartet Hammer-Rock trifft Wüsten-Pop

Das MaNo-Musikfestival wird immer größer: Erstmals dabei sind Bands aus den fernen Marburger Partnerstädten Sibiu und Sfax: „Riff“ und „Nostalgia“ sind Geheimtipps - nicht entgehen lassen.

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Für tolle Stimmung in der Waggonhalle sorgten unter anderem „Nostalgia“ aus Sfax (links) und „Les Rousses de S‘cours“ aus Poitiers.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Marburg. 75 Marburger Bands und elf Gruppen aus den sechs Partnerstädten in 16 Clubs. Das sind die nackten Zahlen des 19. MaNo-Festivals. 13 Organisatoren haben ehrenamtlich und im Grunde ohne Etat ein unglaubliches Programm auf die Beine gestellt. Der Aufwand ist enorm: Absprachen mit den Clubs, mit den Bands über Zeiten und Orte und für mehr als 50 Musiker aus Sfax (Tunesien), Sibiu (Rumänien), Northampton (Großbritannien), Maribor (Slowenien), Poitiers (Frankreich) und Eisenach wurden zudem private Schlafmöglichkeiten organisiert, erklärt Jan Thiede vom MaNo-Team.

Bands aus allen sechs Marburger Partnerstädten spielen auf. Musiker aus Sibiu in Rumänien, Sfax in Tunesien, Northampton in England, Poitiers in Frankreich, Maribor in Slowenien und Eisenach stehen gemeinsam mit lokalen Bands auf der Bühne. Das MaNo-Festival ist die größte Partnerschaftsaktion Marburgs.

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Eröffnet wurde das Festival am Donnerstag zum zweiten Mal in der Waggonhalle. Bereits am Nachmittag trudelten die Musiker ein. Beim gemeinsamen Essen lernte man sich kennen, klärte das Procedere für den Abend - maximal 30 Minuten hatten die Gruppen für ihren Auftritt. Am Mischpult stand bei nahezu allen Bands Go Cziba, ohne den MaNo wohl undenkbar wäre.

Am Samstag ist französisches Quartett im Szenario 

Als das französische Quartett „Les Rousses de S‘Cours“ aus Poitiers gegen 19 Uhr das Festival mit seinem entspannten Mix aus Folk, Pop, Jazz und Swing eröffnete, war noch ziemlich viel Platz vor der Bühne in der Waggonhalle. Doch Bassistin Julie Trouvé und Gitarristin Carla Simeon zogen das Publikum begleitet von Cajon und Saxofon mit ihren originell arrangierten Pop-Perlen schnell in den Bann. Am Samstag ist das Quartett ab 23 Uhr im Szenario zu hören.

Die Waggonhalle füllte sich im Laufe des Abends zusehends. Die Neugier vor allem auf die Bands aus Sfax und Sibiu - beide Städte sind erstmals bei dem Festival vertreten - war groß. Und die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen: „Nostalgia“ nennt sich die junge sechsköpfige Band um die sympathische Sängerin Aziza Bayar, die sich mit ihrem Auftritt schnell in die Herzen der Zuschauer spielte. Ihre Musik nennen sie World Music & Fusion. Sie verbinden traditionelle Klänge aus ihrer Heimat mit modernem westlichen Pop und Rock zu sehr tanzbarem Gute-Laune-Wüsten-Pop. Man sollte sich die Band auf keinen Fall entgehen lassen - heute Abend sind sie ab 20 Uhr im KFZ zu hören.

„Wir sind sehr glücklich hier zu sein, Marburg gefällt uns sehr gut“, sagte Gitarrist Moez, dem man am späteren Abend die Strapazen der langen Anreise anmerkte.

Mehr als 3500 Konzert gespielt

Eine lange Anreise hatten auch die fünf Musiker von „Riff“ aus dem rumänischen Sibiu (Hermannstadt). 1680 Kilometer im Bandbus, sagte Bassist Florin Grigoras. „Riff“ ist die wohl professionellste Band, die jemals beim MaNo-Festival aufgetreten ist, das vielen jungen Gruppen ein Podium bietet. Seit 1970 stehen sie auf der Bühne, haben mehr als 3500 Konzerte gespielt, zehn Alben gemacht. Sie sind also alte Hasen. Und das merkte man ihrem energiegeladenen Auftritt an: Bass und Schlagzeug sorgen für das treibende Fundament für einen überragenden Gitarristen irgendwo zwischen den legenden Gary Moore und Jimi Hendrix. „Riff“ ist mehr als ein Geheimtipp. Die Band spielt heute um 20 Uhr im Trauma.

„Sibiu ist ja verbrüdert mit Marburg. Sie haben uns im Sommer eingeladen und es war uns ein Vergnügen, zu kommen. Wir hatten gehört, dass Marburg eine schöne Stadt sein soll und sehen jetzt: Es stimmt“, sagte Bandchef Florin Grigoras.

Die Teenager von „Walking Beats“ aus Eisenach, die drei Bands „Tresperados“, „Cookies“ und „Samson“ aus Maribor sowie die Stoner-Rocker von „The Last Of The Meheecans“ aus Poitiers rundeten den rauschenden Festivalauftakt ab, der neugierig auf mehr macht. Gestern Abend und heute Abend vervollständigen 75 Marburger Bands das Programm des Festivals, das nahezu ohne öffentliche Zuschüsse auskommen muss. Dies sollte die Stadt dringend überdenken, denn MaNo ist seit Jahren die wohl größte und populärste Partnerschaftsaktion.

  • Der Eintritt heute Abend kostet fünf Euro. Dafür kann man alle Konzerte in allen Clubs besuchen - es sei denn, sie sind überfüllt.

von Uwe Badouin

  • Oberbürgermeister Egon Vaupel empfängt heute um 14 Uhr alle Bands aus den Marburger Partnerstädten im Historischen Rathaussaal.Wenn das Wetter mitspielt, geben die drei slowenischen Bands „Tresperados“, „Cookies“ und „Samson“ ab 15 Uhr  ein Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz. Der Grund: Die Städtepartnerschaft zwischen Maribor und Marburg besteht seit 45 Jahren.
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