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Hamburger Autor bringt „Seeluft“ nach Marburg

Friedrich Dönhoff las beim Krimifestival Hamburger Autor bringt „Seeluft“ nach Marburg

Die Möwen seien leider nicht mehr rechtzeitig gekommen, entschuldigte sich Alexandra Klusmann als Veranstalterin des Krimifestivals, „Seeluft“ aber gab es.

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Entspannt signierte der Autor Friedrich Dönhoff nach der Lesung Bücher.Foto: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Keiner verloren gegangen?“, erkundigte sich Friedrich Dönhoff nach einer kleinen Pause während seiner Lesung im Marburger TTZ vorsichtshalber. „Man muss ja bei einer Krimilesung schon mal nachfragen.“ Aber niemand war einem Verbrechen zum Opfer gefallen oder hatte die Lesung freiwillig verlassen. Warum auch. Der Autor kam mit einem Krimi nach Marburg, der laut Kritik „Spannung mit Hafenflair“ verspricht und „reich an Lokalkolorit“ ist. Noch dazu gehört Dönhoff zu den Schriftstellern, die nicht nur ihr Handwerk beherrschen, sondern auch noch aus ihren Büchern vorlesen können.

In seinem dritten Fall hat es der Hamburger Kommissar Sebastian Fink mit einer Gruppe Umweltaktivisten und dem Mord am Geschäftsführer einer Reederei zu tun. Es liegt ganz schön was in der (See-)Luft bei diesem Krimi, und das durchaus im Wortsinn. Das Hintergrundthema ist die Umweltbelastung durch Feinstaub aus Schiffsschornsteinen. Dass Friedrich Dönhoff vor seinen Krimis Sachbücher geschrieben hat und solide recherchiert, ist seinen Romanen anzumerken. Und auf die Frage, die ihm häufig gestellt werde, nämlich wie man denn von Biografien zu „Mord und Totschlag“ komme, antwortet er, das sei gar nicht so ein großer Unterschied.

„Es geht mir bei meinen Krimis nicht nur um den Fall“, erklärte Friedrich Dönhoff den knapp 50 Gästen. Ihn fasziniere die Möglichkeit, in unterschiedliche Milieus hineinzuschauen. „Wenn man sich für Menschen interessiert und für Gesellschaft und Politik, dann kann man ebenso gut Biografien schreiben wie auch Krimis.“ Es mache ihm Spaß, sich in Figuren hineinzudenken und in Lebensläufe einzufühlen. Und er erzähle gern aus unterschiedlichen Perspektiven - „weil so ein Buch mehr Tempo kriegt“.

In „Seeluft“ gibt es neben Kommissar Fink zwei weitere Hauptfiguren: die Aktivistin Elisabeth und Hugo, Praktikant in der Umweltorganisation „Ökopolis“. Außerdem bekommt der Ermittler Besuch von seiner Großmutter, die ein Familiengeheimnis im Gepäck hat. Das wurde natürlich nicht verraten. Dafür erfuhren die Besucher der Lesung, dass Dönhoff (übrigens ein Großneffe von Marion Gräfin Dönhoff, über die er ebenfalls eine Biografie verfasst hat) ein altes, aber unkaputtbares Handy besitzt und sich selbst künstliche Abgabetermine setzt, damit er rechtzeitig fertig wird mit dem Schreiben.

Weitere Veranstaltungen im Krimifestival: Am Freitag liest ab 19.30 Uhr Franz Xaver Roth in der „Pinte“ im Welcome-Hotel aus „Falscher Mann“. Am Montag, 23. September, steht Eva Rossmann ab 20 Uhr bei 3U Energy im Franz-Tuczek-Weg „Unter Strom“. Es geht um Umweltaktivisten, einen Konzern und - sehr aktuell - die Zukunft der Stromerzeugung.

von Nadja Schwarzwäller

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