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Habt ihr Lust zu feiern?

John Coffey im KFZ Habt ihr Lust zu feiern?

"Honigkuchenpferd-Gesichter", sagt eine KFZ-Mitarbeiterin und muss selbst lachen. Und ja, nach dem Konzert von John Coffey sieht man tatsächlich viele fröhlich grinsende Musikfans.

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John Coffey auf der Bühne: Sänger David Achter de Mollen und Bassist Richard van Luttikhuizen zeigen vollen Einsatz. Foto: Dennis Siepmann

Marburg. Vielleicht findest du es unangenehm, wenn Bier in deinen Nacken spritzt. Wenn Menschen wild durcheinander jagen. Wenn sie springen und ihre Fäuste dabei recken. Vielleicht ist das alles nichts für dich. Das Fiepen in den Ohren, wenn das letzte Lied gespielt ist und dein eigenes Wort dir selbst noch halb verständlich klingt. Wenn das so ist - dann gehe niemals zu einem Konzert von John Coffey!

Die fünf niederländischen Jungs brettern am Donnerstagabend durch das KFZ, als gäbe es kein Morgen mehr. Das Publikum ist am Anfang noch etwas zögerlich, kommt der Aufforderung dann aber schnell nach, doch ein wenig näher an die Bühne zu treten. Umgedreht sucht die aus Utrecht stammende Band immer wieder den Kontakt zu den KFZ-Besuchern. Etwa wenn Gitarrist Christoffer van Telijingen auf dem Rücken liegend und von der Menge getragen seinem Instrument alles abverlangt. Oder wenn Sänger David Achter de Molen mit dem Mikro-Kabel einen Teil des Publikums miteinander verschnürt. Exzellente Vorarbeit lieferten die Belgier „Steak Number Eight“ als Vorband mit ihrem Post-Metal.

John Coffey (der Name stammt übrigens von einem Charakter aus der Stephen-King-Erzählung „The Green Mile“) haben Lust zu feiern. Und Feiernde soll man nicht aufhalten - oder so.

Die Niederländische Punk-Rock-Band John Coffey spielten am Donerstagabend im Marburger KFZ. Dabei stellten sie auch ihre neue EP "No House For Thee" vor. Als Vorband sorgten die belgischen Post-Metaller "Steak Number Eight" für Stimmung.

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Es gibt diese eine Szene: ein echter You-Tube-Hit. Sänger de Molen wir von einer Masse johlender Fans getragen. In dem Augenblick, in dem er sich auf den Händen der Fans aufrichtet, fliegt von irgendwoher ein offener Bierbecher auf ihn zu. De Molen fängt ihn, ext das Getränk - die Menge tobt. Ein Moment so trivial wie sinnbildlich: Es geht darum, das beste aus jedem Moment zu machen - gerade wenn dich jemand mit Bier bewirft.

Grund zu feiern hat das Quintett im KFZ aber auch deshalb, weil an diesem Freitag ihre neue EP „No House For Thee“ im Handel erhältlich ist. Es sind Songs, die voll Wut und Energie durch die Facetten der Moderne toben. Der Sound ist härter, schneller und auch ein wenig düsterer als auf den Vorgänger-Alben. Inhaltlich geht es auch um ein Thema, vielleicht das Thema unserer Zeit: Flüchtlinge. „Es sollte immer ein Haus geben für jene, die ihres verloren haben“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme, in der die Band auch Bezug auf den Titel nimmt.

Nach dem Konzert geht die Party im Foyer weiter. Es laufen Klassiker. 80er. Ein bisschen Guns N’ Roses. An der Theke hört man ein Mischmasch aus Holländisch, Englisch und Deutsch. Der Abend ist noch lange nicht zu Ende …

von Dennis Siepmann

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