Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Haariger Betrüger bezirzt mit Schmäh

Theatergruppe Bauerbach: „Der Talismann“ Haariger Betrüger bezirzt mit Schmäh

Mit „Der Talismann“ von Johann Nestroy zeigt die Bauerbacher Theater­gruppe wieder eine Posse. Doch trivial ist sie keineswegs. Am Samstag und am Sonntag ist das Stück noch mal zu sehen.

Voriger Artikel
Großer Zauber im kleinen Märchenreich
Nächster Artikel
Mehr als 70 Bands rocken die Stadt

Thomas Schüler spielt in „Der Talismann“ den Hauptdarsteller Titus, dessen rote Haarpracht alle Menschen um ihn herum verschreckt.

Quelle: Jonas Hühn

Bauerbach. „Geh weg du rote Rübe“ – solche Sprüche muss sich Titus Feuerfuchs (Thomas Schüler) gefallen lassen. „So kopflos urteilen die Leute über Köpfe“, ärgert sich der Rothaarige, der wegen  seiner Haare von der Gesellschaft ausgeschlossen wird. Als er einem Herrn Marquis (Robert Rodenhausen) das Leben rettet, schenkt ihm dieser eine schwarze Lockenperücke – einen Talisman. „Sie werden sehen: Aussehen ist alles“, gibt der Marquis ihm mit auf den Weg.

Mit der Perücke ändert sich die Welt für Titus schlagartig. Er wird von den Frauen umworben und steigt schnell beruflich immer weiter auf. „Du rabenschwarzer Schädel bewirkst blaue Wunder“, lobt Titus seine neue Haarpracht. Aber alte Bekannte machen ihm den Weg schwer. Immer wieder droht seine Maskerade aufzufliegen. Als er sich zu sehr in den Verwirrungen verstrickt bleibt dem haarigen Betrüger schließlich nichts anderes übrig, als sich selbst zu stellen – zum Entsetzen aller.

Scheiblechner: Jeder kann mitspielen

Die Inszenierung beweist wieder einmal das feine Geschick von Regisseurin Burgi Scheiblechner, die Wert auf einen gewissen Anspruch legt. Wie in den vergangenen Jahren ist die Handschrift der Künstlerin nicht nur in der Inszenierung, sondern auch beim Bühnenbild und den Kostümen zu sehen. Hinter der oberflächlichen Fassade einer belanglosen Posse steckt hinter dem neuen Stück der Theatergruppe Bauerbach ein feiner Wortwitz. Thomas Schüler unterstreicht mit einem herzhaftem, österreichischem „Schmäh“ das großspurige Auftreten Titus‘, verleiht ihm damit aber auch einen gewissen Charme, dem die Bühnenfiguren reihenweise erliegen. So wirkt das sehr textlastige Stück sehr unterhaltsam.

Doch trotz Anspruch ist es Burgi Scheiblechner wichtig, dass jeder mitspielen kann, wie sie erzählt. Das spiegelt sich in der Besetzung wider, manche Rollen wurden aber auch passend zu den 19 Darstellern aus allen Altersklassen geschaffen. Besonders freut sich die gebürtige Österreicherin jedoch über junge Leute aus dem Dorf, die mitspielen. Charlotte Nicolay etwa, die beim vergangenen Stück „Ein Sommernachtstraum“ die Hermia spielte, steht dieses Mal als die rothaarige Gänsemagd auf der Bühne.

  • „Der Talismann“ wird am Samstag, 14. März, um 19 Uhr und am Sonntag, 15. März, um 17 Uhr letztmals im ­Bauerbacher Bürgerhaus gezeigt.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr